Sara Wickström aus Münster erhält Körber-Preis
Bildquelle: Marcus Gloger/Körber-StiftungWDR. 3 Min. 25 Sek.. Verfügbar bis 17.09.2028.
Körber-Preis für Münsteraner Forscherin : Was Zellen wirklich fühlen
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Wie reagieren Zellen auf Druck, Zug oder Belastung? Mit dieser Frage beschäftigt sich Medizinerin und Zellforscherin Sara Wickström am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster. Für ihre Forschung erhält sie den mit einer Million Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft.
Zu Besuch im Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster. Hier werden Dinge rund um unseren Körper erforscht: Wie entstehen Blutgefäße? Wie wird aus einer Mutation Krebs? Und wie reagieren unsere Zellen eigentlich auf ihre Umgebung?
In der Forschung ist Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen gefragt.
Bildquelle: WDR / 3SatKönnen unsere Zellen fühlen? Zumindest ihre Umgebung wahrnehmen!
Sara Wickström gehört zu denen, die sich die Zellen unseres Körpers genauer ansehen. Die Finnin und ihr Team schauen sich an, was mit ihnen passiert, wenn sie gequetscht, gedrückt oder gezerrt werden. Das kann von Körperteil zu Körperteil unterschiedlich sein.
"Ein Lieblingsbeispiel von mir ist die Haut am Ellbogen. Die ist ganz anders als die Haut am Augenlid. Die Belastung zwingt das Gewebe sich zu verändern, um standhalten zu können." Sara Wickström, Zellbiologin
Der Mechanismus, den Wickström entdeckt hat, beschreibt, wie Zellen ihre Umgebung wahrnehmen - also wie sie reagieren, wenn sie zum Beispiel gedrückt oder gezerrt werden wie am Ellbogen.
Was passiert eigentlich mit unserer DNA in den Zellen?
Aber es ist nicht nur von außen sichtbar, wenn zum Beispiel die Haut gedrückt wird. Auch im Inneren, genauer gesagt an unserer DNA, verändert sich etwas.
Die Erkenntnisse von Wickström und ihrem Team können in der Krebsforschung helfen.
Bildquelle: WDR / 3SatDort sitzen Markierungen - und wenn die Zelle zum Beispiel gequetscht wird, verändern sich diese Markierungen. Dann werden andere Gene innerhalb der Zelle abgelesen und genutzt. Die Zelle passt sich damit ziemlich schnell den neuen Bedingungen an.
"Fachleute gingen davon aus, dass die Gen-Veränderungen Tage brauchen und Zellen langsam umprogrammiert werden. Aber wir konnten zeigen: Das geht in Minuten!" Sara Wickström, Zellbiologin
Die Erkenntnisse, die Wickström und ihr Team sammeln, können auch in der Krebsforschung wichtig werden. Die Wissenschaftler untersuchen auch, wie sich Gewebe verändert, wenn zum Beispiel ein Tumor dagegen drückt.
Forscherin des Max-Planck-Instituts wird für Zellforschung ausgezeichnet
Für ihre Forschung bekommt Wickström jetzt den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft. Der von der Körber-Stiftung vergebene Preis wird an Wissenschaftler in Europa verliehen und ist mit einer Million Euro dotiert.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Sara Wickström
- Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin
- Körber-Stiftung
Sendung: WDR.de, Forscherin aus Münster entdeckt Zellen mit Gefühlen, 17.09.2026, 5:26 Uhr