Nazi-Aufmarsch in Münster | Aktuelle Stunde

00:29 Min. Verfügbar bis 05.07.2027

1.100 Menschen demonstrieren in Münster gegen Rechtsextreme

Stand:

In Münster haben am Samstag 1.100 Menschen gegen eine Versammlung von rund 120 Rechtsextremen demonstriert.

Von Dominik Hamers

Das Bündnis "Keinen Meter den Nazis" und andere hatten dazu aufgerufen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, es blieb weitestgehend friedlich. Zwei Personen wurden wegen des Widerstands gegen Polizei- und Vollstreckungsbeamte in Gewahrsam genommen.

Der Demozug der Neonazis führte durch das Bahnhofsviertel. Um Störungen zu verhindern, hatte die Polizei diesen Bereich für andere gesperrt.

Rechtsextremer Demo-Zug gestoppt

Eine längere Unterbrechung gab es am Nachmittag trotzdem. Viele der Neonazis trugen schwarz-weiß-rote Fahnen. Die Polizei prüfte "paramilitärisches Verhalten", kassierte mehrere Fahnen ein und nahm 39 Personalien auf. Nach der rund 90-minütigen Unterbrechung durfte der Zug weiterlaufen und die Kundgebung abhalten.

Am späteren Abend teilte die Polizei mit, es seien insgesamt 75 Strafanzeigen verfasst worden: in 69 Fällen wegen Straftaten nach dem Versammlungsgesetz, in je einem Fall wegen Körperverletzung sowie Bedrohung und zweimal wegen Beleidigung.

Straßen in Münster gesperrt

Die Behörden hatten umfangreiche Vorkehrungen getroffen. Unter anderem hatte die Bundespolizei ein Waffenverbot auf dem Hauptbahnhof Münster verhängt. Schuss-, Hieb-, Stoß- und Stichwaffen, Messer aller Art, Nachbildungen von Schusswaffen, Schlagstöcke, Reizstoffsprühgeräte und Glasflaschen waren verboten.

Die Innenstadt war weiträumig gesperrt, der Busverkehr eingestellt. Berittene Polizei begleitete den Zug. Für Fragen rund um die Demos und die Sperrungen hatte die Polizei Münster eine Homepage und ein Bürgertelefon eingerichtet.

Münster (Westf) Hauptbahnhofs

Die Polizei hatte das Viertel rund um den Hauptbahnhof in Münster weiträumig gesperrt

Hintergrund der Versammlung der Neonazis in Münster ist ein Rechtsstreit um die Grabstätte des 2021 verstorbenen Rechtsextremisten Siegfried Borchardt in Dortmund. Mit dem Fall beschäftigt sich derzeit das Oberverwaltungsgericht für Nordrhein-Westfalen in Münster.

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • Polizei Münster
  • Bündnis "Kein Meter den Nazis"
  • Stadtwerke Münster

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