Die Wände des Pavillons sind versehen mit Recycling-Materialien, wie hier mit alten Werbebannern
Bildquelle: Antje Kley/WDR"Kreisl-Kiste" heißt der Pavillon bei den Studierenden. Einfach deshalb, weil dieser Name schon sagt, worum es geht. Es geht um Kreislaufwirtschaft, um Nachhaltigkeit und darum, als Fachhochschule (FH) ein Vorbild zu sein. Immerhin haben sich sieben Fachbereiche an dem Projekt beteiligt.
Ausschließlich gebrauchte Stoffe verwendet
Die Idee hatten die Studierenden schon lange. Die Umsetzung hat aber Jahre gedauert. Es ist ein Pavillon, der ausschließlich mit Sachen gebaut wurde, die vorher schon mal in Gebrauch waren: Feuerwehrschläuche, Werbebanner, Fenster aus einer Schule oder Sachen aus einem ehemaligen Studentenwohnheim.
Das mussten die Studierenden erstmal zusammensammeln. Jakob Eisermann studiert Architektur. Der Entwurf, den er und sein Kommilitone Noah van Loon gemacht haben, steht nun als Recycling-Labor auf dem Domplatz. Sie sind stolz darauf.
Bauen als Kreislauf
Das Bauwesen ist der größte Abfallproduzent, sagt Professorin Anja Rosen. Das müsse sich ändern. Und genau das soll der Pavillon darstellen.
"Fast 55 Prozent der Abfälle in Deutschland stammen aus dem Bau." Prof. Anja Rosen, Fachhochschule Münster
Statt zu planen und zu produzieren, haben die Studierenden erstmal das Material gesammelt, das sie brauchen. Dann haben sie die "Kreisl-Kiste" entworfen. Bauen im Bestand als Vorbild, so der Gedanke dahinter. Deshalb haben die Stadt Münster, die FH und mehrere Firmen hier zusammengearbeitet.
Reallabor für Foodsharing und Fahrradwerkstatt
Vier Monate soll der Pavillon jetzt auf dem Domplatz stehen. In ihm und drumherum wird viel passieren. Hier soll es eine Fahrradwerkstatt geben, Foodsharing, Vorlesungen, Podcasts, Workshops. Alles dreht sich um das Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft.
Sogar alte Feuerwehrschläuche wurden für den Bau wiederverwendet
Bildquelle: Antje Kley/WDRUnsere Quellen:
- Fachhochschule Münster
- Gespräche mit Studierenden
- Eindrücke der Reporterin vor Ort
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 28.05.2026, 6:31 Uhr