Sommerrodelbahn Ibbenbüren: Eine Freizeit-Institution feiert Geburtstag
WDR. 03:13 Min.. Verfügbar bis 10.07.2028.
Es ist eine seltsame Geschichte. Der Bergmann Hermann Derhake von der Zeche Ibbenbüren sieht 1926 auf einer Kirmes eine Berg- und Talbahn, die beim Publikum groß ankommt - und er beschließt: "So etwas baue ich mir zuhause am Hang des Teutoburger Waldes auch!"
Sommerrodelbahn Ibbenbüren: Alles begann mit 120 Metern Kufenbahn
Das war die Geburtsstunde der Sommerrodelbahn Ibbenbüren, die zu einer Ausflugsinstitution wurde. Anfangs gab es hier tatsächlich nur eine einfache 120 Meter lange Kufenbahn, die die Besucher mit einem Schlitten hinunter rodeln konnten.
Luisa und Barbara Derhake können mit ihrem familiären Archiv auf 100 Jahre Sommerrodelbahn zurückblicken.
Das Archiv der Familie Derhake berichtet, dass vor dem Krieg erstaunlicherweise nur Erwachsene hier rodelten. Aber weil Ausflüge damals eine beliebte Freizeitbeschäftigung waren und die Bahn in Deutschland einzigartig war, wurde sie sofort zum Erfolg.
Die Boom-Jahre der Sommerrodelbahn in Ibbenbüren
Ihre größte Zeit erlebte die Sommerrodelbahn in den 1960er- und 1970er-Jahren. Denn 1958 hatte die Familie Derhake neben der alten Bahn noch einen Märchenwald gebaut. In vielen liebevoll gestalteten Hütten wurden mit lebensgroßen Puppen bekannte Märchen dargestellt, die den kleinen Besuchern auch über Lautsprecher erzählt wurden. Damals kamen die Besucher aus einer Entfernung von weit über 100 Kilometern hierher.
In den 1950ern kam zu der Sommerrodelbahn ein Märchenwald dazu.
In den 70er Jahren wurden in Deutschland viele neue Freizeitparks gegründet, die viel spektakulärere Attraktionen boten. Und so lies das Interesse an der Sommerrodelbahn etwas nach. Aber bei Familien mit kleinen Kindern ist sie bis heute noch sehr beliebt, weil sie mit ihrem Retrocharme ein gemütlicher Gegenpol zu vielen modernen Angeboten ist.
Sommerrodelbahn Ibbenbüren ist für Besucher eine Institution
Hier trifft man immer wieder Eltern mit ihren Kindern oder Großeltern mit ihren Enkeln, die sagen: "In meiner Kindheit sah es hier schon genau so aus." Auch Annemarie Knaup besucht bereits seit Jahrzehnten die Sommerrodelbahn in Ibbenbüren. Während sie als Kind hier selbst gerne rodelte, ist sie heute das erste Mal mit ihrem Enkelkind zu Besuch.
"Ich komme hierhin, seitdem ich Kind war. Als Jahrgang 1963 kann man sich vorstellen, wie lange ich hier bin." Annemarie Knaup, Besucherin
Erfolgsgeheimnis der Sommerrodelbahn Ibbenbüren
Annemarie Knaup kommt immer wieder gerne in den Freizeitpark.
Die Familie Derhake will die Sommerrodelbahn und den Märchenwald auch in Zukunft nur sehr zurückhaltend modernisieren. Denn ein Erfolgsgeheimnis der Ausflugsinstitution ist, dass hier die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
"Das ist wie der eigene Garten. Das eigene Zuhause." Luisa Derhake, Leiterin der Sommerrodelbahn und Urenkelin des Gründers
Wer hierherkommt, findet vieles noch so vor wie vor Jahrzehnten - und genau das macht den Reiz aus. So ist die Sommerrodelbahn Ibbenbüren bis heute ein Ausflugsziel, das Jung und Alt begeistert.
Unsere Quellen:
- Familie Derhake, Betreiber der Sommerrodelbahn Ibbenbüren
- Eindrücke und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Die älteste Sommerrodelbahn Deutschlands, 12.07.2026, 05:00 Uhr
