Ein ausgebranntes Auto steht vor Gebäudetrümmern. Im Hintergrund lodern weiter Flammen.

Wie aus einem Film: Enschede nach der Explosion

Bildquelle: WDR/dpa/Oliver Stratmann

Hilfe, die über Grenzen geht: Die Feuerwerks-Explosion in Enschede 2000

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Vor 25 Jahren verwüsten Explosionen auf dem Gelände einer ehemaligen Feuerwerksfabrik einen ganzen Stadtteil im niederländischen Enschede, direkt an der Grenze zu NRW. Auch Feuerwehrleute aus dem benachbarten Gronau kommen zur Hilfe. Ein Rückblick.

Von Katharina Hollstein

Der 13. Mai 2000. Ein sonniger Samstag im Frühling. Zahlreiche Menschen sind auf den Straßen von Enschede unterwegs. Doch gegen 15.30 Uhr wird die Idylle von ohrenbetäubendem Knallen unterbrochen. Menschen rennen in Panik davon. Auf dem Gelände einer ehemaligen Feuerwerksfabrik, mitten in einer Wohngegend, explodieren Unmengen Feuerwerkskörper. Über 170 Tonnen befinden sich laut der Stadt Enschede auf dem Areal, das noch als Lager und Verkaufsstätte genutzt wird.

Eindrücke von dem verheerenden Unglück in Enschede

Bildquelle: WDR

53 Sek. Verfügbar bis 13.05.2027

"Ich habe Menschen gesehen, ganz mit Blut bedeckt. Es war schrecklich", erinnert sich Anwohner Hans van Tol wenige Jahre später. Er muss tief durchatmen. "Wie ein Gebiet, was man nur im Kosovo oder so im Fernsehen gesehen hat. Und jetzt war ich mittendrin." Die Explosionen hinterlassen beinahe den ganzen Stadtteil Roombeek in Schutt und Asche. 23 Menschen sterben. Rund 1000 werden verletzt. Hunderte Wohnungen sind zerstört.

Schnelle Hilfe aus Deutschland

Doch wo dürfen Feuerwerkskörper eigentlich bei uns in NRW gelagert werden, damit so etwas nicht passiert? Laut der Website "Arbeitsschutz in NRW" des Landesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales müssen Lagercontainer "ausreichend Abstand" von Gebäuden haben. Konkret festgelegt ist dieser Abstand aber nicht. Der genaue Lagerort muss jeweils mit den zuständigen Behörden vor Ort abgestimmt werden.

Feuerwehrleute löschen einen Gebäude, vor den viele ausgebrannte Autos stehen.

Mit vereinten Kräften versuchen die Feuerwehrleute, der Verwüstung Herr zu werden

Bildquelle: AP/Christof Stache

Unmittelbar vor den Explosionen in Enschede versuchen Feuerwehrleute, einen Brand auf dem Firmengelände zu löschen. Vergeblich. Um die niederländischen Kameraden nach den Explosionen zu unterstützen, rücken schnell deutsche Feuerwehrleute, unter anderem aus dem benachbarten Gronau, zum Ort der Katastrophe aus. 200 deutsche Einsatzkräfte mit 40 Fahrzeugen und acht Rettungshubschraubern waren laut Stephan Kruthoff, dem Leiter der Leitstelle im Kreis Borken, vor Ort. Auch finanzielle Hilfe kommt aus NRW. Rund 360.000 Euro sammeln allein die Gronauer für ihre Nachbarn.

Grund für das Feuer bis heute unklar

Die Ursache für die Katastrophe ist, nach langem juristischen Hin und Her, bis heute nicht abschließend geklärt. Ein Teil des Sprengstoffs soll aber illegal gelagert worden sein.

Heute ist der Stadtteil auf 40 Hektar wieder aufgebaut. Rund eine halbe Milliarde Euro hat das gekostet. Finanziert aus öffentlichen und privaten Mitteln. Die Menschen in Roombeek haben wieder ein Zuhause - auch wenn es wohl nie wieder so sein wird wie vor dem 13. Mai 2000.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Aritekels haben wir von einer Feuerwerksfabrik berichtet. Zum Zeitpunkt der Explosion wurde das Gebäude aber nicht mehr als Fabrik genutzt, sondern bereits als Lager und Verlaufsstätte. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen und haben unseren Text darum entsprechend angepasst. 14.05.2025, 08.00 Uhr

Über dieses Thema berichten wir am 13.05.2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit Münsterland, 19.30 Uhr.

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