Flamingos verlassen Zwillbrocker Venn frühzeitig

Lokalzeit Münsterland 04.07.2025 02:29 Min. Verfügbar bis 04.07.2027 WDR Von Kirsten Lorek

Flamingos flüchten aus Zwillbrocker Venn

Stand:

Ein Fuchs könnte Schuld daran sein, dass die Flamingos im Zwillbrocker Venn im Westmünsterland frühzeitig weitergezogen sind.

Von Simon Lenartz

Die Flamingos weg, die Nester verlassen, viele Küken tot. Warum die Flamingos ihre Kolonie in dem Naturschutzgebiet bei Vreden überstürzt und viel früher als gewöhnlich verlassen haben und weitergezogen sind, ist nicht ganz klar. Ein Rotfuchs, der die pinken Vögel auf ihrer Brutinsel in Stress versetzt hat ist aber eine naheliegende Erklärung.

Bissspuren und ein Fuchs auf der Wildtierkamera

Flamingos im Zwillbrocker Venn

Zwei Flamingos auf Futtersuche im Zwillbrocker Venn

Eine Wildtierkamera hatte den Fuchs mehrmals aufgenommen, heißt es in einer Mitteilung der Biologischen Station Zwillbrock e.V. von Donnerstag. Außerdem waren rund um den See nah der Brutinsel mehrere Möwen mit eindeutigen Bissspuren gefunden worden. Ein Raubtier, dass die Tiere stresst und flüchten lässt - naheliegend, aber nicht erwiesen. "Was genau zum frühzeitigen Verlassen der Kolonie geführt hat, lässt sich wohl nicht sicher beantworten" heißt es von der Biologischen Station.

Flamingos flüchten aus Zwillbrocker Venn

WDR Studios NRW 04.07.2025 00:19 Min. Verfügbar bis 04.07.2027 WDR Online

"Die Flamingokolonie im Zwillbrocker Venn wird im Jahr 2025 keinen Bruterfolg verzeichnen können." Karin Otto, Biologische Station Zwillbrocker Venn

Tote Flamingo-Küken, verlassene Nester

Flamingos im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn

Chile-Flamingos und Rosa Flamingos leben im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn

Normalerweise bleiben die Flamingos bis September in ihrem Brutgebiet. Dass die pinken Vögel in diesem Jahr aus dem Zwillbrocker Venn förmlich geflüchtet und ihr Überwinterungsgebiet in die Niederlande gereist sind, heißt auch, dass es keinen Nachwuchs gibt: Vier tote Flamingoküken hatten die Biologen schon Ende Juni gefunden - und auch einen erwachsenen Flamingo. Mittlerweile sind alle Nester verlassen, weitere Küken tot, Eier unausgebrütet.

Kolonie eigentlich stark wie nie

Im vergangenen Jahr hatte es im Zwillbrocker Venn 17 Nester gegeben und genug Nachwuchs. In diesem Jahr war die Kolonie auf Rekordkurs: fast 100 Tiere waren gezählt worden, über 20 Brutpaare, die ersten Küken waren Mitte Juni geschlüpft. Am Dienstagabend wurde aber nur noch ein Flamingo auf Futtersuche im Zwillbrocker Venn gesehen. Für 2025 wahrscheinlich das letzte Mal.

Hoffen auf Rückkehr im nächsten Jahr

Biologen und Besuchern des Zwillbrocker Venns bleibt nur, auf die Rückkehr der auffälligen Vögel im kommenden Jahr zu warten und zu hoffen. Auf einen jährlichen Bruterfolg sind die Flamingos wegen ihrer langen Lebensdauer nämlich nicht unbedingt angewiesen. Von der Biologischen Station Zwillbrock e.V. kommt darum auch Optimismus: "Wir sind deshalb zuversichtlich, dass die Flamingos auch im nächsten Jahr einen erneuten Versuch, starten im Zwillbrocker Venn zu brüten."

Unsere Quellen:

  • Biologische Station Zwillbrock e.V.

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