Castortransporte in NRW : Achter Atommüll-Behälter erreicht Ahaus
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Der achte von insgesamt 152 Castorbehältern mit Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich ist im Zwischenlager Ahaus angekommen. Der Transport verlief laut Polizei ohne Probleme, begleitet von kleineren Protesten. Nach Schätzungen könnten die weiteren Transporte aber noch viele Jahre dauern.
Es ist der achte von insgesamt 152 Castorbehältern. Erst in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch war der siebte Transport im Brennelementezwischenlager angekommen. Insgesamt rund 300.000 Brennelementkugeln sollen in den Castoren aus dem Forschungszentrum Jülich nach Ahaus gebracht werden.
Laut Polizei verlief der achte Transport ohne Probleme - gegen zwei Uhr in der Nacht traf der Behälter mit dem Atommüll in Ahaus ein. In Jülich und Ahaus hatten sich vorab erneut Demonstranten versammelt, um gegen die Transporte zu protestieren.
Proteste in Jülich und Ahaus gegen Castortransporte
Einer von ihnen ist der 28-jährige Elias Schmeing aus Ahaus - er hat bei fast allen bisherigen Transporten protestiert. "Ich sehe das als mein demokratisches Recht, aber auch als meine demokratische Pflicht an."
Elias Schmeing demonstrierte gegen den erneuten Castor-Transport.
Schmeing ist einer von rund 15 Demonstranten, die den Castorbehälter unter lautem Protest in der Nacht begrüßten. In Jülich waren am Abend zwölf Atomkraftgegner gegen die Transporte auf die Straße gegangen.
Auflagen für Demos an der A31-Brücke bei Legden
Während des Transports organisierten Demonstranten am Dienstag erneut eine Versammlung in Ahaus. Zu der Fahrrad-Demo kamen laut Polizei rund 20 Menschen.
Die Initiative "Sofortiger Atomausstieg Münster", kurz SofA Münster, hatte auch eine Mahnwache auf der Autobahnbrücke der A31 bei Legden angemeldet. Gegen Dienstagmittag kamen jedoch Auflagen für die Proteste dazu und schränkten die Pläne der Demonstranten ein. Diese mussten zunächst 40 Meter von der Brücke Abstand halten.
Die Demonstranten im Münsterland diskutieren mit der Polizei über neue Auflagen.
"Wir als Polizei haben den Auftrag, friedliche Versammlungen auch durchführen zu können. Auf der anderen Seite haben wir auch den Auftrag, dass der Transport und auch der fließende Verkehr sicher stattfinden kann." Moritz Bredekamp, Pressesprecher Polizei Coesfeld
Atomkraftgegner kritisieren Generalverdacht
Die Initiative fühlte sich wegen der Auflagen vorverurteilt. "Es zeichnet sich ab, dass Menschen, die gegen die Castoren-Transporte demonstrieren wollen, unter Generalverdacht gestellt werden. Ich denke, die Gefahr geht von dem Castor aus. Aber es wird unterstellt, dass wir die Gefahr sind", sagte Johannes Bruders von der Initiative SofA Münster.
Johannes Bruders von SofA Münster demonstriert regelmäßig.
Nach einigen Diskussionen über den Genehmigungsbescheid durften die Demonstranten dann doch noch für eine halbe Stunde auf die Brücke. Gegen ein Uhr nachts kam der Transport nach Angaben der Polizei ohne Zwischenfälle im Zwischenlager Ahaus an.
Castortransporte nach Ahaus dauern wohl Jahre
Alle bisherigen Transporte liefen damit ohne größere Störungen ab. Jedoch wird geschätzt, dass es länger als geplant dauern wird, bis alle 152 Castoren nach Ahaus gebracht sind.
Das Entsorgungsunternehmen JEN (Jülicher Entsorgungsgesellschaft Nuklearanlagen) hatte dem WDR bereits bestätigt, dass deshalb eine Fristverlängerung beantragt wurde.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräche mit Aktivisten vor Ort
- Pressesprecher, Polizei Coesfeld
- Innenministerium NRW
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 15.07.2026, 2 Uhr