Polizei Coesfeld räumt mit Aufreger aus Sozialen Medien auf

Bildquelle: Markus Holtrichter/WDR

WDR 46 Sek. Verfügbar bis 10.09.2028

Kaninchen nicht als Fußball missbraucht Facebook-Post war Falschmeldung

Stand:

In Coesfeld sollen Kinder junge Kaninchen wie Fußbälle getreten und tödlich verletzt haben. Stimmt nicht, sagt nun die Polizei!

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Markus Holtrichter

Der Facebook-Post einer Tierschützerin aus Coesfeld hat nicht nur in Sozialen Netzwerken für Aufsehen gesorgt: Kinder sollen angeblich junge Wildkaninchen wie Fußbälle getreten und eines dabei tödlich verletzt haben.

Polizei Coesfeld klärt falsche Vorwürfe auf

Die Empörung ist groß. Auch bei der Polizei, denn laut ihr sind das Fake News. Lokale Medien hatten die Geschichte aufgegriffen und falsch weiter verbreitet.

Was war wirklich passiert? Kinder haben Kaninchen nicht gequält

Was war wirklich passiert? Nichts Strafbares, glaubt die Polizei, im Gegenteil. Nachdem die Beamten mit Zeugen gesprochen hatten, stellt sich der Fall so dar, dass die Kinder offenbar auf dem Weg zum Fußballtraining waren, als sie die Kaninchen fanden. Keine Kaninchen als Fußbälle also!

Mädchen aus Coesfeld-Lette rufen Hilfe und werden falsch zitiert

Ein Polizei-Sprecher erklärte am Donnerstag, der Vater des Mädchens, das später den Fund der Tiere gemeldet hat, habe nichts über Tierquälerei gesagt, es gebe keine Hinweise auf Tierquälerei.

Ein Baby-Kaninchen wird mit einer Spritze gefüttert.

Die überlebenden Baby-Kaninchen werden privat betreut.

Bildquelle: Markus Holtrichter/WDR

Seine Tochter und eine Freundin hatten die Kinder bei den jungen Wildkaninchen beobachtet. Sie seien auch bei den Kaninchen geblieben, als die Kinder weitergingen und hatten den Tierschutzverein angerufen. Strafbare Handlungen habe sie jedoch zu keiner Zeit geschildert, so der Vater gegenüber der Polizei.

"Das zeigt aus unserer Sicht nochmal ganz deutlich, dass Informationen aus Sozialen Medien regelmäßig gründlich und mit der gebotenen Vorsicht zu prüfen und zu bewerten sind." Moritz Bredekamp, Polizei Coesfeld

Tiernothilfe geht es nach eigener Angabe um Information der Eltern

Öffentlich gemacht hatte die dramatische Schilderung von der Tierquälerei die örtliche Tiernothilfe. Die Vorsitzende des Vereins, Christine Lennert sagt, man habe dabei auf die Angaben der "Melderin" vertraut. Des Mädchens also, deren Vater die Sachlage nun grundlegend anders geschildert hat.

Christine Lennert, Tiernothilfe Coesfeld, schaut in die Kamera.
"Für uns war das unvorstellbar, dass Kinder in dem Alter in der Lage sind, einem Tier solch schwere Verletzungen zuzufügen." Christine Lennert, Tiernothilfe e.V. Dülmen und Umgebung

Christine Lennert sagt weiter, ihr sei es darum gegangen, dass die Kinder von ihren Eltern befragt werden, um die Vorwürfe aufzuklären. Schließlich habe ein Tierarzt eines der Kaninchen aufgrund schwerer Kopfverletzungen einschläfern müssen. Woher die Verletzung des Tieres stammt, ist aber unklar.

Kaninchen werden in Dortmund wieder aufgepäppelt

Die übrigen drei kleinen Kaninchen werden aktuell von einer privaten Betreuerin in Dortmund wieder aufgepäppelt. Nach Angaben der Frau geht es den jungen Kaninchen gut.

Facebook-Post zu Kaninchen war Falschmeldung

WDR 10.09.2026 41 Sek. Verfügbar bis 09.09.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Polizei Coesfeld
  • Tiernothilfe e.V. Dülmen und Umgebung
  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Münsterland, 10.09.2026, 17:30 Uhr

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