Lebensraum tote Bäume
WDR. 02:35 Min.. Verfügbar bis 13.05.2028.
"Mein Herz schlägt für Vögel, und die brauchen Insekten als Nahrung," sagt Dajana Prinz. Die Umweltmanagerin der Stadt Emsdetten steht im Stadtpark, zusammen mit einem Mitarbeiter vom Bauhof. Der bringt gerade ein neues Schild am Stamm eines toten Baums an. "Habitatbaum" steht darauf, zusammen mit einem QR-Code.
Habitatbäume als wichtiger Lebensraum
Dajana Prinz, Umweltmanagerin der Stadt Emsdetten
Wer den Code scannt, erfährt, warum Emsdetten immer mehr tote Bäume in der Stadt stehen lässt. Über 30 Bäume sind es mittlerweile, sagt Prinz. Diese Habitatbäume sind ein wichtiger Lebensraum für Pilze, Flechten, Käfer und andere Insekten. Und Insekten sind eine Lieblingsspeise der Vögel. Ein Kreislauf also, den sich Emsdetten als Artenschutzprogramm auf die Fahne geschrieben hat.
Emsdetten Vorreiter in der Region
Spezielle Plaketten mit QR-Code liefern mehr Infos zu den Habitatbäumen.
Die Stadt ist damit Vorreiter im Münsterland. "Ökologisches Grünflächenmanagement" ist der etwas sperrige Fachbegriff. Das hat zum Ziel, mehr wilde Flächen in der Stadt zuzulassen. Sie wirken für Insekten wie eine Art Trittstein. Insekten haben teilweise nur einen Radius von mehreren hundert Metern. Dementsprechend brauchen sie diese Trittsteine, um sich fortzupflanzen und weiterzukommen.
In Emsdetten sollen darum in Zukunft noch mehr tote Bäume stehen bleiben. Mehr Wildheit in der Stadt tut den Insekten gut und damit auch den Vögeln. Genau das, was Dajana Prinz so liebt.
Unsere Quellen:
- Biologische Station des Kreises Steinfurt
- Eindrücke der Reporterin vor Ort
- Dajana Prinz, Umweltmanagerin der Stadt Emsdetten
Sendung: WDR.de, Lebensraum tote Bäume, 13.05.2026, 13:15 Uhr.
