Kommt jetzt die Videoüberwachung?

Bildquelle: WDR/Peter Wejdling

WDR 03:15 Min. Verfügbar bis 22.08.2028

Kot im Kirchenraum Gemeinden im Münsterland kämpfen mit Vandalismus

Stand:

In mehreren münsterländischen Kirchengemeinden ist es in jüngster Zeit zu Vandalismus gekommen. Die Vorfälle häufen sich.

Betroffen waren unter anderem Gotteshäuser in Rheine, Gronau, Ascheberg und Münster. In St. Mariä Heimsuchung in Rheine-Hauenhorst gab es innerhalb weniger Monate mehrere Vorfälle, zuletzt Mitte Juli.

Kot vor dem Altar und Hakenkreuz auf der Kirchenbank in Rheine

Unter anderem wurden ein Hakenkreuz in eine Kirchenbank geritzt, religiöse Symbole, Wände und Technik mit Kerzenwachs verschmiert.

Ein Hakenkreuz in eine Kirchenbank geritzt.

Das eingeritzte Hakenkreuz in der Kirchenbank zeugt vom zunehmenden Vandalismus.

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Bei früheren Vorfällen wurden auch Exkremente hinterlassen. Als Reaktion bleibt die Kirche über die Sommerferien tagsüber geschlossen.

Thomas Hüwe, Pfarrer St. Johannes der Täufer in Rheine, spricht in die Kamera.
"Für mich ist das ein Ausdruck dafür, dass Kirche, Religion, Glaube in unserer Gesellschaft keinen Wert mehr haben." Thomas Hüwe, Pfarrer St. Johannes der Täufer in Rheine

Kirchen wegen Vandalismus zwischen Offenheit und Sicherheit

Das Bistum Münster erkennt keinen deutlichen Anstieg von Vandalismus. Allerdings müssen Gemeinden solche Schäden auch nicht zentral melden, verlässliche Gesamtzahlen für die Bistümer oder NRW gibt es deshalb nicht. Die Deutsche Bischofskonferenz bewertet die Entwicklung ernster und warnt vor "zunehmend tabulosen Übergriffen".

Videoüberwachung als Reaktion in einer Kirche in Gronau

Auch die Kirche St. Antonius in Gronau wurde mehrfach beschädigt. Nach einer zeitweisen Schließung öffnete die Gemeinde die Kirche im Stadtzentrum wieder und installierte eine Videoüberwachung. Weitere Übergriffe konnte auch diese nicht verhindern. Zuletzt wurden unter anderem Bilder heruntergerissen und die Christusfigur am Kreuz beschädigt.

Der Bildschirm der Videoüberwachung zeigt den Kirchenraum.

In Gronau sollen nach mehreren Vorfällen Kameras in der Kirche für mehr Sicherheit sorgen.

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Kirchen abschließen? Kirchen mit Video überwachen?

Wie viel Schutz braucht ein Ort, der eigentlich für alle offen stehen soll? Eine einfache Lösung gibt es aus Sicht der Kirchengemeinden nicht: Schließen nimmt Gläubigen einen offenen Ort für Gebet und Ruhe. Auch Videoüberwachung ist umstritten. Manche Gläubige empfinden Kameras in Kirchen als unpassend oder störend. Zudem gelten strenge Datenschutzregeln.

Josef Deubmann, Gemeindemitglied, spricht in die Kamera.
"Wir können die Kirche nicht absperren - dann ist es keine Kirche mehr." Josef Deubmann, Gemeindemitglied in Rheine

Das Bistum Münster berät die Kirchengemeinden zu möglichen Sicherheitsvorkehrungen. Doch am Ende muss jede Gemeinde ihren eigenen Weg zwischen Offenheit und Sicherheit finden.

Unsere Quellen:

  • Bistum Münster
  • Gespräch mit Pfarrer Thomas Hüwe, Rheine
  • Gespräch mit Küsterin Brigitte Müller, Gronau
  • Gespräch mit Anke Lucht, Sprecherin des Bistums Münster
  • Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp

Sendung: WDR.de, Vandalismus in Kirchen: Kommt jetzt die Videoüberwachung?, 22.08.2026, 05.03 Uhr

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