So soll die beliebte Dampflok doch noch gerettet werden.
Bildquelle: WDRWDR. 48 Sek.. Verfügbar bis 26.08.2028.
Die historische Dampflok, die seit Jahrzehnten zwischen Krefeld-Hüls und St. Tönis unterwegs ist, soll nächstes Jahr nicht mehr fahren. Zu teuer ist der Betrieb für die Stadtwerke Krefeld, die die Strecke seit vielen Jahren betreiben.
Und die Strecke muss saniert werden. Das ist unumstritten. Rund zweieinhalb Millionen Euro könnten dafür nach Schätzung der Stadtwerke fällig werden.
Übernimmt ein neues, privates Unternehmen die Strecke?
Das Ende des Betriebs wollen einige nicht hinnehmen. Ein Arbeitskreis um Franz Schmitz arbeitet gerade an einem Plan, wie die traditionsreiche Bahn doch noch eine Zukunft haben könnte. Die Idee: Ein privates Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen soll gegründet werden. Es könnte die Strecke übernehmen und künftig in Eigenregie betreiben.
Franz Schmitz vom "Arbeitskreis Schluff" will die Dampflok gerne retten.
Bildquelle: WDRDas klingt zunächst nach einem ziemlich großen Vorhaben. Und genau das ist es auch. Denn mit der Gründung allein ist es längst nicht getan. Das Unternehmen bräuchte vor allem eines: Geldgeber. Franz Schmitz ist aber zuversichtlich, dass Spendenaufrufe zum Erfolg führen könnten. Wie hoch das Interesse ist, sehe man nämlich auch an den Ticketverkäufen. Bis zum Ende des Jahres ist jede Fahrt restlos ausverkauft, erzählt Schmitz.
Idee für eine günstigere Sanierung der Schluff-Strecke
Die Initiative setzt auf einen anderen Ansatz als die Stadtwerke. Nicht die komplette Strecke soll sofort für mehrere Millionen Euro auf Vordermann gebracht werden. Stattdessen könnte zunächst dort saniert werden, wo es am dringendsten ist.
Marode Bahnschwellen auf der Strecke der historischen Dampflok.
Bildquelle: WDR/Joscha WeidenfeldAuf einem Abschnitt kurz vor dem Hülser Berg müssten zum Beispiel auf sechs Kilometern marode Holzschwellen ausgetauscht werden. Außerdem müssteen Büsche und Bäume zurückgeschnitten werden - möglichst mit Unterstützung von Freiwilligen, die mit anpacken.
Es hängt vor allem am Geld
Ob das am Ende reicht, ist allerdings offen. Denn auch ein privates Unternehmen kann die Kosten nicht einfach wegzaubern. Es braucht Geld für die Infrastruktur, für den laufenden Betrieb und natürlich auch Menschen, die das Ganze organisieren und stemmen.
Für die Stadtwerke ist die Sache vorerst weiterhin klar: Der Schluff soll Ende des Jahres seinen Betrieb einstellen. Daran halten sie trotz der neuen Initiative fest - wenn auch, wie sie selbst sagen, schweren Herzens.
Ob aus dem Plan tatsächlich ein neues Eisenbahnunternehmen wird und der Schluff weiter zwischen Krefeld und St. Tönis dampfen kann, hängt deshalb an vielen Fragen. Vor allem aber an der Bereitschaft, Geld in die Hand zu nehmen.
Unsere Quellen:
- Stadtwerke Krefeld
- Gespräch mit Franz Schmitz vom "Arbeitskreis Schluff"
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 28.08.2025, 18:09 Uhr
