Postboten sollen 32.000 Sendungen versteckt haben
WDR. 00:45 Min.. Verfügbar bis 14.07.2028.
Den beiden Männern im Alter von 29 und 37 Jahren sowie einer 28-jährigen Frau wurde vorgeworfen, das Postgeheimnis verletzt zu haben. Nach dem ersten Verhandlungstag hat das Gericht das Verfahren gegen einen der Männer wegen geringer Schuld eingestellt, die Frau muss 600 Euro Geldstrafe zahlen. Der Prozess gegen den zweiten Mann soll am 28. Juli fortgesetzt werden.
Rund 32.000 Sendungen kamen nicht an
Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten ursprünglich vorgeworfen, zwischen Oktober 2021 und April 2023 rund 32.000 Briefe und Pakete nicht zugestellt zu haben. Statt die Sendungen an die Empfänger auszuliefern, sollen sie diese im Keller einer Wohnung in Krefeld gelagert haben, in der zwei der Angeklagten zu diesem Zeitpunkt lebten.
Mehr als 17.000 Empfänger in Krefeld sollen betroffen gewesen sein. Der Fall hat bereits vor drei Jahren für Aufsehen gesorgt, als sich Beschwerden häuften, dass Sendungen nicht ankamen.
Postboten sollen 32.000 Briefe nicht zugestellt haben
Zeuge entdeckt Briefe im Müll
Auf die Spur der drei Postboten kamen die Ermittler durch einen Zeugen. In einem Papiercontainer hatte er Hunderte Briefe entdeckt und die Behörden informiert. Teilweise waren die Briefe geöffnet. Die Polizei ermittelte und stieß dabei auch auf weitere Postsendungen, die im Keller einer Krefelder Wohnung gelagert waren.
Der Prozess hätte ursprünglich bereits am 12. Mai beginnen sollen. Einer der Angeklagten war aber nicht erschienen, sodass die Verhandlung verschoben werden musste. Eine DHL-Sprecherin wollte sich auf WDR-Anfrage nicht zu dem Prozess äußern.
Unsere Quellen:
- Amtsgericht Krefeld
- Staatsanwaltschaft Krefeld
- Stellungnahme DHL
- Beobachtungen des WDR-Reporters im Gericht
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 14.07.2026, 06:31 Uhr
Sendung: WDR.de, Postbooten sollen 32.000 Sendungen versteckt haben, 14.07.2026, 17:23 Uhr
