Neuer Segelflugwettbewerb am Niederrhein
WDR. 15.05.2026. 03:17 Min.. Verfügbar bis 15.05.2028.
Für Julie Benkens ist es heute ein besonderer und ziemlich aufregender Tag: Die 18-Jährige nimmt an ihrem ersten Wettbewerb im Segelfliegen teil. Gemeinsam mit rund 70 anderen Pilotinnen und Piloten wartet sie am Krefelder Egelsberg darauf, abzuheben.
"Ich liebe das Fliegen. Man konzentriert sich nur darauf, kann alles andere ausblenden. Das tut einfach gut" Julie Benkens, Pilotin.
Eigentlich sollte die neue "RHEIN GLIDE Soaring Competition" bereits am Donnerstag losgehen, doch das Wetter hatte einen Start unmöglich gemacht. Auch am Freitagvormittag sieht es ziemlich wechselhaft aus. Noch einmal wird der Wettbewerb deswegen aber nicht verschoben.
Junge Pilotin fliegt mit ihrem Vater
Julie Benkens und die anderen Piloten sollen eine festgelegte Strecke mit Wendepunkten möglichst schnell absolvieren. Und das nur im Segelflug. Dabei kommt es vor allem auf die richtige Taktik und die optimale Nutzung der thermischen Aufwinde an.
Julie Benkens (18) und ihr Vater Uwe Benkens (62) starten gemeinsam beim Wettbewerb.
Die Piloten sitzen meist zu zweit im Cockpit, so können die Anfänger das Fliegen unter Wettkampfbedingungen üben. "Ich hoffe, dass das Wetter mitspielt und wir nicht irgendwo ungeplant landen müssen", sagt die 18-jährige Benkens. "Aber das wird schon." Das erste Mal saß sie als Sechsjährige mit im Cockpit.
Sie hat ihr Maskottchen dabei, einen gehäkelten Dino mit Fliegermütze. Hinter der 18-Jährigen sitzt ihr Vater Uwe Benkens, ein erfahrener Pilot.
"Heute geht es darum, die Wettbewerbssituation kennenzulernen, wo viele andere Flugzeuge mit in der Luft sind", sagt der 62-Jährige. "Ich kann Julie jederzeit unterstützen, falls sie das möchte, aber Ziel ist es natürlich, dass sie die Strecke komplett alleine fliegt."
Schwierige Bedingungen für die Segelflieger
Drei Schleppmaschinen bringen die Segelflugzeuge nacheinander auf etwa 600 Meter Höhe, bevor das "Rennen" beginnt. Heute geht es ins Münsterland und zurück. Keine einfache Aufgabe, denn das Wetter ist heute speziell, sagt Marco Tervoort, einer der beiden Wettbewerbsleiter.
Ein paar Piloten müssen schon bald nach dem Start wieder umkehren. Und Julie und ihr Vater?
Die mussten auf dem Flugplatz in Dinslaken zwischenlanden und wieder neu starten. Punktabzug - aber so ist das beim Segeln: "Da war ein fetter Regenschauer direkt auf der Bahn und dann sind wir links herum geflogen. Das war nicht die beste Idee", sagt Julie Benkens. Die Laune lässt sie sich davon nicht verderben: "Es hat trotzdem Spaß gemacht. Der Flug war kurz, aber schön."
Zuschauer sind willkommen
Wer das Schauspiel erleben möchte, kann vor Ort zuschauen. Der überregionale Wettbewerb am Egelsberg geht bis Sonntag. Für Besucher sind vor allem die Start- und Landephasen besonders spannend, weil die Flugzeuge in einer langen Reihe am Flugplatz abheben und wieder ankommen. Der Zutritt zum Gelände ist aufgrund des Flugbetriebs zwar gesperrt, Besucher haben aber auch von der Gastronomie am Rande des Flugfelds einen guten Blick.
Veranstaltet wird die Streckenflugmeisterschaft vom Aero Club Krefeld und dem Verein für Segelflug Krefeld.
Rückrunde in Grefrath
Der Wettbewerb wird in zwei Runden ausgetragen: Die "RHEIN GLIDE" in Krefeld ist die Hinrunde, Anfang Juni findet dann die Rückrunde beim "Grenzland Cup" auf dem Flugplatz in Grefrath statt. Die Gesamtsieger dürfen sich dann Niederrheinmeister nennen.
Unsere Quellen:
- WDR Gespräch mit Teilnehmern des Wettbewerbs
- WDR Gespräch mit Wettbewerbsleiter Marco Tervoort
- Gespräch mit Thomas Wiehle vom Verein für Segelflug Krefeld
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 15.05.2026, 19:30 Uhr