Harter Kampf mit C-Rohren
Bildquelle: WDR/Jörg Conradi2 Min. 41 Sek.. Verfügbar bis 17.08.2028.
Wer Feuerwehr-Wasserball spielt, darf nicht zimperlich sein. Drei C-Rohre auf der einen Seite, drei auf der anderen. Und dazwischen ein großer Gymnastikball. Mit ihren Wasserstrahlen versuchten die Mannschaften beim Turnier in Emmerich-Elten, den Ball ins gegnerische Tor zu treiben. Gleichzeitig prasselte ihnen das Wasser der Gegenseite entgegen.
"Da kommt das Wasser so mit vier bis sechs Bar raus. Und wenn man den Wasserstrahl ins Gesicht bekommt, dann tut es auch weh, deshalb ist es auch Pflicht, einen Helm mit Visier zu tragen." Andreas Buiting, Turnierorganisation und Feuerwehr Emmerich-Elten
Eine Halbzeit dauerte zwar nur fünf Minuten, doch schon nach den ersten Spielen war von der Wiese auf dem Spielfeld nicht mehr viel übrig. Die Stiefel versanken im Schlamm, die Beine wurden schwer. Gleichzeitig mussten die Spieler ihre C-Rohre unter Kontrolle halten. Bei dem hohen Wasserdruck eine Aufgabe, die mit jeder Minute sichtlich mehr Kraft kostete.
Dynamik im Matsch
Nach dem Duell gemeinsam fürs Foto: Die Feuerwehr Hüthum und das THW Emmerich nach ihrem Einsatz beim Wasserballturnier
Bildquelle: WDR/Jörg ConradiNach und nach wurde auch die Einsatzkleidung Teil des Matschfeldes. Schlamm und Gras klebten an Hosen und Jacken, während der Ball zwischen den Wasserstrahlen hin und her schoss. Und all das in einer herausfordernden Spielsituation, betont Turnierorganisator Andreas Buiting: "Man muss trotzdem dynamisch agieren, damit der Ball nicht an einem vorbeifliegt. Also da muss man schon ziemlich fit sein."
Die Anfänge der kuriosen Sportart sollen in den 60er-Jahren in Isselburg im Kreis Borken liegen. Ursprünglich war der Feuerwehr-Wasserball wohl im Rahmen einer Kinder-Aktion entstanden. Daraus wurde dann eine jährliche Tradition, die irgendwann in den Kreis Kleve wechselte.
Ein Team muss kurzfristig zum Einsatz
Während die einen in Elten ihre Schläuche auf einen Gymnastikball richteten, wurden die Schläuche einer anderen Mannschaft an diesem Wochenende tatsächlich gebraucht. Ein angemeldetes Feuerwehr-Team aus dem Kölner Raum musste kurzfristig absagen. Die Einsatzkräfte waren für Löscharbeiten im Kreis Düren angefordert worden.
"Ein Team aus Köln hatte sich angemeldet, musste aber kurzfristig absagen. Die wurden zum Löschen der Brände im Kreis Düren eingezogen. Die sind da jetzt 24 Stunden im Einsatz. Nächsten Jahr bekommen die einen Ehren-Startplatz." Andreas Buiting, Turnierorganisation und Feuerwehr Emmerich-Elten
Auf dem Platz in Elten ging es derweil nicht nur um Tore und den Wanderpokal. Zwischen den Spielen standen die Mannschaften zusammen, Helfer kümmerten sich um den Ablauf. Einer von ihnen war Fabian Smink, stellvertretender Einheitsführer der Feuerwehr Emmerich-Elten. Für ihn macht genau dieses Miteinander das Turnier aus. "Für mich persönlich ist das Feuerwehr-Wasserball-Event wichtig, weil wir damit auch Kameradschaft über die Stadtgrenzen hinaus pflegen. Das hier ist einfach einzigartig und diese Tradition muss aufrecht erhalten werden."
Wardhausen-Brienen richtet 2027 aus
Wardhausen-Brienen verlor das Finale gegen Mehrhoog mit 1:4
Bildquelle: WDR/Jörg ConradiRund 500 Menschen verfolgten das Feuerwehr-Wasserballturnier in Elten. Im Finale gewann Mehrhoog mit 4:1 gegen Wardhausen-Brienen. Weil der Sieger auf die Ausrichtung 2027 verzichtet, übernimmt der Zweitplatzierte.
"Wir freuen uns aufs nächste Jahr. Und dann kommt der Pott nach Kleve", sagt Marco Bach von der Feuerwehr Wardhausen-Brienen. Damit geht eine Tradition weiter, bei der es nicht nur um den Pokal geht, sondern vor allem um Kameradschaft über Stadt- und Landesgrenzen hinweg.
Unsere Quellen:
- Interviews & Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Feuerwehr Emmerich am Rhein
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 14.08.2026, 16:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 17.08.2026, 19:30 Uhr
