Krähen in Rees: Der Kampf gegen die schwarzen Vögel
Bildquelle: mauritius images/TackWDR. 2 Min.. Verfügbar bis 09.07.2028.
Erst hört man sie, dann sieht man sie. Laut krächzend ziehen die Saatkrähen ihre Kreise über dem Reeser Stadtgarten. Auf Wegen, Geländern und abgestellten Autos hinterlassen sie ihre Spuren. Für viele Anwohner und Geschäftsleute ist die Belastung längst zum Alltag geworden.
Wenn der Besuch zum Hindernislauf wird
Besonders rund um die Stadtgarten-Apotheke sorgt die Kolonie für Ärger. Grund ist ein Krähenbrutgebiet direkt vor der Tür. Jährlich brühten hier die Krähen bis etwa Ende Mai. Angestellte der Apotheke reinigen regelmäßig den Eingangsbereich, obwohl die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes ebenfalls im Einsatz sind. Unter den dicht besetzten Baumkronen gehört der Blick nach oben inzwischen fast zum Alltag.
Tatjana Kremer von der Apotheke am Stadtgarten in Rees.
Bildquelle: WDR/Monika KrahlÄste würden abfallen, die Geländer an der Treppe seien so verschmiert, dass sie nicht angefast werden können. "Wir hatten teilweise auch schon tote Vögel unten liegen und Babies, die aus dem Nest gefallen sind", berichtet Tatjana Kremer von der Apotheke in Rees.
Kaum jemand bleibt dort länger stehen als nötig. Manche Kunden kommen laut Apothekenteam sogar mit einem Schirm, um sich vor herabfallendem Vogelkot zu schützen.
"Normalerweise ist hier die Hölle los und jedes Auto ist vollgeschissen. Man braucht nur fünf Minuten stehen und das Auto ist dann weiß." René Dibowski, Passant
Der Vogelkot ist auch auf Autos
Bildquelle: WDR/dpaEin Problem, das sich ausbreitet
Nicht nur in der Reeser Innenstadt wächst der Frust. Auch im Ortsteil Haldern sorgen die Tiere rund um Marktplatz und Kirche für Beschwerden. Gastronomen, Besucher und Anwohner fühlen sich durch Lärm und Verschmutzung beeinträchtigt.
Die Schwierigkeit: Saatkrähen stehen unter besonderem EU-Schutz. Eingriffe sind nur eingeschränkt möglich und oft wenig erfolgreich. Auch Emmerich, Wesel oder Kleve sind betroffen.
Der Druck auf die Politik wächst
Die Reeser CDU will das Thema deshalb erneut auf die politische Agenda bringen. Unterstützung erhält sie vom Landtagsabgeordneten Günther Bergmann. Er fordert, den tatsächlichen Bestand der Tiere vor Ort stärker zu berücksichtigen und Bürgerbeschwerden ernst zu nehmen.
"Die Menschen erwarten Antworten auf ein Problem, das sie jeden Tag erleben", sagt Bergmann. Er ruft Betroffene dazu auf, Petitionen an den Landtag zu richten. Ziel ist es, den Druck auf Landes- und EU-Ebene zu erhöhen. Sollte der politische Druck dazu führen, dass der EU-Schutz der Krähen aufgeweicht wird, könnten die Tiere auch in Wohngebieten verscheucht werden - etwa duch lautes Knallen oder Blitzlichter.
CDU Landtagsabgeordneter Günther Bergmann
Bildquelle: Landtagsbüro Günther BergmannBisher ist das nur unter bestimmten Vorausstezungen in der Landwirtschaft möglich. Für viele Reeser bleibt die Hoffnung, dass das Krähenkonzert irgendwann leiser wird.
Unsere Quellen:
- Interview, Günther Bergmann, Landtagsabgeordneter CDU
- Eindrücke der Reporterin vor Ort
- Interview, Tatjana Kremer, Apotheke am Stadtgarten
Sendung: WDR.de, Krähenplage in Rees, 09.07.2026, 11:30 Uhr
