Windpark bei Kranenburg seit 14 Jahren umstritten

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3 Min. 12 Sek. Verfügbar bis 14.08.2028

Geplanter Windpark im Klever Reichswald Warum der Streit weitergeht

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Der Kreis Kleve prüft derzeit, ob der Windpark im Reichswald bei Kranenburg gebaut werden kann oder nicht. In Kürze fällt er eine Entscheidung. Unbeeindruckt davon halten Windpark-Gegner ihren Widerstand aufrecht - aus guten Gründen, sagen sie. 

Von Ralf Lachmann

"Es sollte keine Entscheidung sein zwischen Klimaschutz oder Naturschutz. Wir brauchen beides", betont John Tampoebolon von der Bürgerinitiative "Gegenwind im Reichswald". Gegen Windkraft habe man nichts, nur der Standort sei ungeeignet, sagt Tampoebolon und gibt sich kämpferisch: "Wir haben uns 2012 gegründet, bestehen also seit vierzehn Jahren. Solange wurde schon nichts gebaut. Wir haben weiterhin gute Argumente dagegen".

Mann mit Brille spricht

John Tampoebolon (Bürgerinitiative Gegenwind im Reichswald) will weiterkämpfen

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Wertvoller Wald würde vernichtet. Der Reichswald bilde eine ökologische Einheit mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet in den Niederlanden. Die würde zerstört - mit negativen Folgen für Flora, Fauna und Grundwasser, befürchtet die Bürgerinitiative. In der niederländischen Nachbargemeinde Berg en Dal teilt man diese Bedenken.

Elf geplante Windräder - jedes höher als der Eifelturm

Die gut 270 Meter hohen Windräder sollen im Reichswald auf einem Höhenzug entstehen, wären also weithin zu sehen: vom dahinter liegenden niederländischen Flachland aus und erst recht aus der nahen niederländischen Nachbargemeinde Berg en Dal. Dazu gehört auch der Vorort Groesbeek. Dort gibt es aber nicht nur wegen des neuen Panoramas Bedenken.

„Kommen die Touristen noch, wenn da elf Windturbinen stehen? Könnten Einwohner von Groesbeek durch Geräusche der riesigen Windräder belastet werden?“ Erik Weyers, Beigeordneter für Tourismus der Gemeinde Berg en Dal

All das muss der Kreis Kleve als zuständige Prüfbehörde abwägen - auch die Pro-Windrad-Argumente. Laut dem Windparkbetreiber Abo Energy soll pro Jahr Strom für 65.000 Haushalte geliefert werden. Er spricht von rund 167.000 Tonnen CO2, die sich einsparen ließen.

Aus dem Rathaus Kranenburg heißt es, der Regionalplan weise den Standort als geeignet aus. Außerdem argumentiert Bürgermeister Martin Kepser damit, klimaneutral werden zu wollen. Er rechnet mit Einnahmen aus dem Windpark von bis zu 400.000 Euro im Jahr.

Unsere Quellen :

  • Interview mit Erik Weyers, niederländische Gemeinde Berg en Dal
  • Interview mit Martin Kepser, Bürgermeister Kranenburg
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
  • Kreis Kleve
  • Windparkbetreiber Abo Energy

Sendung: WDR.de, Windpark bei Kranenburg seit 14 Jahren umstritten, 17.08.2026, 5:00 Uhr

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