Er kam zum Studieren und blieb: Wie Michael Rauner Bürgermeister in den Niederlanden wurde

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WDR 4 Min. Verfügbar bis 07.09.2028

In den Niederlanden Wie ein Deutscher Bürgermeister in Bergen wurde

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Vom Schwaben zum Grenz-Bürgermeister: Michael Rauner kam fürs Studium nach Maastricht, arbeitete weltweit für die Niederlande und führt heute die Gemeinde Bergen direkt an der Grenze zum Kreis Kleve.

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Markus Waerder

König Willem-Alexander und seine Máxima sind bei jeder Besprechung dabei, zumindest als Porträts an der Wand. In seinem Büro trifft sich Michael Rauner regelmäßig mit seinen "Wethouders", den engsten politischen Mitstreitern der Gemeinde.

Bürgermeister Michael Rauner steht vor dem Gemeindehaus

Hier ist sein Arbeitsplatz: Michael Rauner vor dem Rathaus von Bergen

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Vieles erinnert an deutsche Rathäuser, doch das Bürgermeisteramt funktioniert in den Niederlanden anders. Rauner moderiert die Sitzungen des Gemeinderats, darf selbst aber nicht abstimmen. Seine besondere Rolle liegt an anderer Stelle: Als Chef der Polizei trägt er die Verantwortung für Sicherheit und Ordnung in Bergen.

Maastricht, Den Haag, Panama, Indonesien - und jetzt Bergen

Was als Studienaufenthalt begann, wurde zur Lebensentscheidung. Nach seinem Psychologiestudium in Maastricht blieb Michael Rauner in den Niederlanden. Sein beruflicher Weg führte ihn zunächst nach Den Haag. Im Außenministerium machte er Karriere, bevor er Jahre später in die Kommunalpolitik wechselte.

"So im vierten Jahr habe ich entschieden: Ich gehe jetzt voll für die Niederlande." Michael Rauner

Seine Arbeit führte Michael Rauner nach Panama und Indonesien. Für seine diplomatische Laufbahn nahm er vor gut zehn Jahren die niederländische Staatsbürgerschaft an. Als er mit seiner Frau zurück in die Grenzregion wollte, entdeckte er die Ausschreibung für den Bürgermeisterposten in Bergen.

Und der wird in den Niederlanden nicht gewählt. "Man bewirbt sich. Man schreibt einen Brief an den König, und der König ernennt einen dann." Allerdings erst, nachdem die Gemeinde sich für zwei Favoriten ausgesprochen hatte - einer davon war er, der parteilose Michael Rauner.

Anerkennung für den schwäbischen Niederländer

In Bergen ist Michael Rauner längst angekommen. Nach zweieinhalb Jahren kennt ihn hier fast jeder. Bei Festen, Jubiläen oder einfach beim Bummel durch den Ort bleibt er selten lange unbeobachtet. Immer wieder sprechen ihn die Menschen an.

Älteres Ehepaar auf dem Sofa und wird beglückwunscht von einem Mann

Der Bürgermeister gratuliert zur Eisernen Hochzeit.

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Dass ihr Bürgermeister eigentlich aus Stuttgart stammt, ist für die meisten kein Thema. Eher ein Pluspunkt. "Ich denke, wir wohnen an der Grenze, da kann das doch normal sein", sagt eine Frau auf dem Kirmesplatz im Ortsteil Well, und ein Mann ergänzt: "Der Bürgermeister macht das gut. Unser Pastor hier kommt auch aus Deutschland, das ist nichts Besonderes."

Einmal aber hatte Rauner so richtig Respekt: Als er gleich nach Amtsbeginn eine Rede halten musste. Am Tag des Gedenkens an ein Massaker im Zweiten Weltkrieg: "Wir haben hier ein Denkmal an einer Stelle, wo sieben Niederländer exekutiert wurden. Da habe ich auch überlegt: Wie reagieren die Leute? Aber das war sehr positiv."

Sein Appell: aus der Vergangenheit lernen statt neue Gräben aufzureißen. Gerade in einer Gemeinde direkt an der deutsch-niederländischen Grenze traf er damit offenbar den Nerv vieler Menschen.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
  • WDR-Interview mit Michael Rauner, Bürgermeister der Gemeinde Bergen
  • Informationen aus der Gemeinde Bergen in Limburg/NL

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 04.09.2026, 19:30 Uhr

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