Moore und Feuchtgebiete an Niederrhein: Die Natur braucht Dauerregen

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WDR 7 Min. 1 Sek. Verfügbar bis 11.09.2028

Die Natur braucht Dauerregen Die Folgen der Dürre am Niederrhein

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Nicht nur der Rhein hat zu wenig Wasser, auch kleine Flüsse, Bäche und Feuchtgebiete leiden noch unter den Folgen der wochenlangen Dürre. Sogar am Niederrhein, der eigentlich eine wasserreiche Region mit einem hohen Grundwasserstand ist.

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Helge Drafz

Bei jedem Schritt ein schmatzendes Geräusch. Mit Gummistiefeln geht Pauline Marinko zu einem kleinen Tümpel auf einer Lichtung im Wald an der niederländischen Grenze. Der Boden ist feucht, hier bei Niederkrüchten, im Naturpark Schwalm-Nette, gibt es einige der wenigen verbliebenen Moorlandschaften am Niederrhein.

"Normalerweise müsste das ganze Gelände hier ganzjährig unter Wasser stehen", sagt die Biologin, die die Naturschutzgebiete im Kreis Viersen wissenschaftlich betreut. Jetzt sind nur noch vereinzelte Tümpel übrig geblieben. Aber immerhin: Hier sieht man noch Wasser in der Landschaft.

Eine Frau steht lächelnd vor einem Moorgebiet

Die Biologin Pauline Marinko überwacht die Entwicklung der Moore im Kreis Viersen.

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Dicke Schichten aus Moos speichern Regenwasser

Moore wie dieses am Niederrhein sind wertvolle Wasserspeicher. Das liegt an der speziellen Vegetation, die aus Torfmoosen besteht. "Das Moos wächst in vielen Schichten übereinander", erzählt Biologin Marinko, nimmt zur Demonstration ein Stück grünes Moos vom Boden in die Hand und quetscht es aus. Wie bei einem Schwamm läuft Wasser heraus und tropft zu Boden.

Moore sind dort entstanden, wo sich im Untergrund wasserundurchlässige Schichten aus Lehm oder Ton existieren. Dort konnten sich dann besondere Biotope mit entsprechend angepassten Pflanzen und Tieren entwickeln. Hier im Kreis Viersen wächst auf dem nährstoffarmen Moorboden der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze.

Jemand drückt mit seiner Hand Moos zusammen, Wasser tritt heraus

Torfmoose, die im Moor wachsen, sind effektive Wasserspeicher.

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Grundwasser aus dem Braunkohlerevier für Schwalm oder Niers

Viele Bäche, die während der Hitzewelle im Sommer kein Wasser mehr führten, haben inzwischen wieder ein wenig Wasser. Die Flüsschen Schwalm und Nette, die dem Naturpark den Namen gaben, aber auch die Niers sind von der Trockenheit nicht ganz so betroffen, weil sie zum Teil auch mit Grundwasser gespeist werden, das RWE im Tagebaurevier Garzweiler abpumpt, um dort den Bergbau zu ermöglichen. Diese künstliche Bewässerung wird auch nach dem Ende des Braunkohletagebaus notwendig sein, weil durch den Bergbau viele natürliche Quellen zerstört wurden.

Torfmoose im Moorgebiet am Niederrhein

Torfmoose im Moorgebiet am Niederrhein.

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Nabu fordert Maßnahmen gegen Grundwassermangel

Wasser fehlt nicht nur an der Oberfläche, sondern auch tief im Boden: Der Grundwasserstand ist stark abgesunken, weil weniger Regenwasser versickert als abgepumpt wird. Naturschützer hoffen nun, wie Landwirte und Waldbesitzer, auf regenreiche Herbst- und Wintermonate. Gleichzeitig fordern Umweltorganisationen wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) von der Politik, endlich eine Strategie zur sogenannten Wiedervernässung der Landschaft umzusetzen, etwa durch Renaturierung von Mooren und Flussauen, damit mehr Regenwasser in der Landschaft gespeichert wird.

Ein Bild einer Moorlandschaft am Niederrhein

In den Moorgebieten am Niederrhein, die sonst ganzjährig unter Wasser stehen, sind nach den Hitze-Sommern nur kleine Tümpel zu sehen.

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Auch die Weltorganisation für Meteorologie der Vereinten Nationen (WMO) hat in ihrem aktuellen Wasserbericht soeben vor schwindenden Wasserressourcen gewarnt. Bliebe der Grundwasserspiegel dauerhaft niedrig, fehlten in künftigen Dürrejahren die Wasserreserven im Boden.

Unsere Quellen:

  • Experten der Biologischen Station Krickenbecker Seen
  • Naturschutzbund Deutschland, NRW
  • Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO)
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 17.09.2026, 19:30 Uhr

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