Droht der Zechenwerkstatt in Dinslaken das Aus?
Bildquelle: WDR / Nastaran Amirhaji6 Min. 4 Sek.. Verfügbar bis 25.09.2028.
Verpasste Fördergelder : Droht der Zechenwerkstatt in Dinslaken das Aus?
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In der Zechenwerkstatt Lohberg in Dinslaken finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Jetzt bangt der Ort um seine Zukunft. Das denkmalgeschützte Gebäude braucht dringend eine Sanierung - dafür fehlen aber eingeplante Fördergelder.
Es ist Montagmorgen - rund zehn ehrenamtliche Helfer stehen vor der Zechenwerkstatt Lohberg und "klopfen" einen Mauerstein nach dem nächsten sauber. "Mit den Steinen mauern wir innen im Gebäude die Pfeiler auf, denn das Gebäude ist über 100 Jahre alt und braucht eine Sanierung", erklärt Volker Mercamp, einer der Helfer.
Die Steine stammen von einer alten Grundschule in Dinslaken und kommen jetzt in dem denkmalgeschützten Gebäude zum Einsatz - um das alte Mauerwerk zu sanieren. Auch ein neues Dach muss dringend her. Und dafür braucht die Zechenwerkstatt Geld.
Fünf Millionen Euro für die Sanierung der Zechenwerkstatt fallen weg
Für die Sanierung von Dach und Fassade hat man mit einem Förder-Gesamtbetrag in Höhe von fünf Millionen Euro geplant. Dieser Betrag sollte mit 3,5 Millionen Euro vom Land und mit 1,5 Millionen Euro von der Stadt abgedeckt werden, um die Gebäudehülle zu sanieren. Dafür wurde 2020 gemeinsam mit der Verwaltung und Politik ein Städtebauförderantrag gestellt.
Das Land hat die beantragte Förderung 2021 bewilligt - die Maßnahmen hätten bis Ende 2025 durchgeführt werden müssen - oder aber der Förderzeitraum hätte verlängert werden müssen.
Die Steine einer alten Grundschule „klopfen“ die Ehrenamtlichen sauber, um diese für den Erhalt des alten Mauerwerks in der Zechenwerkstatt einzusetzen
Bildquelle: WDR / Nastaran Amirhaji"Die Stadt hat bis zum Ablauf des Förderzeitraums weder die 70 Prozent des Landes weitergeleitet noch die städtischen 30 Prozent bewilligt und eine Verlängerung des Förderzeitraums ist 2025 ablehnend beschieden worden. Damit ist die gesamte beantragte Förderung in Höhe von fünf Millionen Euro mit Ablauf des 31.12.2025 verfallen", erklärt Steffi Barnscheidt, stellvertretende Geschäftsleiterin der Freilicht AG. Eine Situation, für die die Stadt Dinslaken rund um ihren vor einem Jahr ins Amt gewählten Bürgermeister Simon Panke (SPD) eine Lösung finden muss.
Die Auszahlung der Fördergelder ist vom Tisch
Und auch von anderer Seite werden jetzt Pläne durchgespielt, um weitermachen zu können. "Unser Ziel ist es jetzt, unter den veränderten Rahmenbedingungen tragfähige Lösungen zu entwickeln, die sowohl den denkmalrechtlichen Anforderungen als auch den finanziellen Möglichkeiten aller Beteiligten gerecht werden", erklärt Steffi Barnscheidt.
Steffi Barnscheidt, stellv. Geschäftsleitung der Freilicht AG sorgt sich um den Erhalt der Zechenwerkstatt
Bildquelle: WDR / Nastaran AmirhajiZechenwerkstatt Lohberg: Ehrenamtliche helfen bei der Sanierung
Deshalb packen ehrenamtliche Helfer hier aktuell besonders mit an. Sowohl draußen, für den Erhalt des Mauerwerks als auch drinnen. Thomas Goyke beispielsweise repariert gerade einen Tisch für eine der kommenden Veranstaltungen. Er hat eine besondere Verbindung zu diesem Ort. "Ich habe meine berufliche Laufbahn in der Zeche Lohberg begonnen und deshalb komme ich gerne hierher, um zu helfen. Wir brauchen einen Ort wie diesen, um Kultur zu erhalten", sagt er.
Und Kultur gibt es in der Zechenwerkstatt jede Menge - über 50 Veranstaltungen finden hier jedes Jahr statt - möglich machen das Ehrenamtliche, gemeinsam mit der Freilicht AG Dinslaken. In der offenen Werkstatt "Die ZechenTöpferei" stellen Ehrenamtliche ihr Wissen zur Verfügung und töpfern auf Spendenbasis gemeinsam mit Interessierten.
Kultur in der Zechenwerkstatt Lohberg soll erhalten bleiben
Bei Abendveranstaltungen wie dem Zechenbeben, der Glühwerkstatt in der Adventszeit oder bei Silent Parties ist in der sonst so großen leeren Halle oft kein Durchkommen mehr möglich. "Ich schätze diesen Ort, weil hier so viele unterschiedliche Leute herkommen, man lernt alles mögliche Kulturelle kennen", sagt Lea Skrzipietz aus Dinslaken.
Lea Skrzipietz nimmt gerne an den kulturellen Veranstaltungen in der Zechenwerkstatt teil - hier bei einer Silent Party
Bildquelle: WDR / Nastaran AmirhajiDiese Kultur soll auch weiterhin erhalten bleiben - ermöglicht durch 1.200 Aktionäre der Freichlicht AG, die das nötige Kapital für unabhängige Veranstaltungen sichern. Ob und wie es dagegen mit den Sanierungsmaßnahmen weitergehen wird, ist aktuell erstmal ungewiss.
Unsere Quellen:
- Gespräche mit Mitarbeitern der Freilicht AG
- Gespräche mit ehrenamtlichen Mitarbeitern
- Beobachtungen der Reporterin vor Ort
Sendung: Lokalzeit Duisburg, Dinslaken: Aus für die Zechenwerkstatt Lohberg, 25.09.2026, 19:30 Uhr
