Niedrigwasser legt Aalschokker frei | Video

WDR 00:30 Min. Verfügbar bis 27.07.2028

Versunkenes Boot Niedriger Rheinpegel gibt Geisterschiff bei Neuss frei

Stand:

Wegen des Pegels ist der Aalschokker an der Mündung zum Silberseee wieder zu sehen. Dahinter steckt eine tragische Geschichte.

Von Alexander Schwinning

Immer, wenn die Sommer trocken sind und der Rheinpegel rekordverdächtig sinkt, ist das Schiffswrack zu sehen - an der Grenze zwischen Neuss und Dormagen, dort, wo bei normalem Wasserstand der Silbersee in den Rhein mündet. Ein ehemaliger Aalschokker, der früher angeblich "Conny" hieß und jetzt langsam vor sich hinrostet.

Eifersucht und Untergang - ein dunkles Geheimnis

Bis in die 1990er Jahre war die "Conny" im Einsatz, ihr Besitzer gehörte zu den letzten Aal-Fischern auf dem Rhein. Der Mann soll versucht haben, seine ehemalige Partnerin und ihren neuen Freund zu töten. Der Fischer landete im Gefängnis. Nach seiner Haft versuchte der Mann, Geld für die Bergung seines Schiffs zu sammeln - vergeblich. Kurz darauf verschwand der Mann spurlos. Was aus ihm geworden ist - niemand weiß es.

Vergammelte Aufbauten auf einem versunkenen Schiff

Die Zeit unter Wasser hinter ihre Spuren hinterlassen


"Aalschokker" sind Schiffe, die speziell für den Fang von Aalen gebaut wurden. Sie stammen ursprünglich aus den Niederlanden. Dort wurden sie zum Beispiel in der Zuiderzee eingesetzt, einer flachen Nordseebucht. Durch die Industrialisierung verschlechterte sich die Wasserqualität des Rheins seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. Das führte zu einem massenhaften Fischsterben - und bis auf wenige Ausnahmen zum Aus für den Beruf des Rheinfischers.

Keine Pläne für eine Bergung

Ein ehemaliger Aalschokker in der Mündung des Silbersees in den Rhein

Keine Gefahr für die Schifffahrt auf dem Rhein


Warum das Schiff an der Mündung zum Silbersee versunken ist, kann niemand sagen. Erstmals war es nach seinem Untergang im Sommer 2003 wieder komplett zu sehen, zuletzt 2022. Pläne, das Schiff zu bergen, gibt es derzeit nicht. Weil es weit abseits der Rhein-Mitte liegt und sicher vertäut ist, stellt es laut Wasser- und Schifffahrtsamt keine Gefahr für andere Schiffe dar.

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • WDR-Archiv

Sendehinweis: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 27.07.2026, 18.09 Uhr

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