"Es ist immer ein besonderes Erlebnis"

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WDR 2 Min. 31 Sek. Verfügbar bis 29.08.2028

Neusser Schützenfest gestartet "Es ist immer ein besonderes Erlebnis"

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Vom fünfjährigen Trommler bis zum 70-jährigen Schützen: In Neuss feiern ab heute Generationen gemeinsam das Bürger-Schützenfest.

Von Christoph Wegener

Leonard (8) und Moritz (4) halten für einen Moment den Atem an. Sie stehen ganz vorne an der Absperrung am Neusser Hafenbecken und verfolgen mit hunderten anderen Zuschauern gebannt, wie die Schützen drei Kanonen laden. Dann wird runter gezählt. 21, 22, 23 - Feuer frei.

Der durchdringende Knall hallt von den Häuserwänden wider. Es ist ein unüberhörbares Zeichen: Das Neusser Bürger-Schützenfest 2026 ist offiziell eröffnet.

Drei Kanonen werden abgefeuert

Das Neusser Schützenfest wird Punkt 12 lautstark eröffnet.

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Rund 7.700 Schützen und mehr als eine Million Besucher werden in den kommenden Tagen auf der Kirmes, bei großen Paraden und in Festzelten miteinander feiern. Es ist eines der größten Schützenfeste Deutschlands - und den Startschuss wollten Leonard und Moritz auf keinen Fall verpassen.

Ein Fest für alle Generationen

Die beiden sind mit ihrer Mutter Magdalena in die Neusser Innenstadt gekommen. Die Jungs sind schon voll ins Schützenleben eingebunden, sie freuen sich vor allem auf die Kirmes.

Eine Mutter steht mit ihren beiden Kindern beim Neusser Schützenfest

Magdalena ist mit ihren Söhnen Leonard und Moritz beim Schützenfest dabei.

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"Wir essen jetzt erstmal etwas Gesundes - oder Popcorn", sagt Moritz mit einem breiten Grinsen. Leonard kann es auch kaum erwarten, dass die Schützenumzüge endlich starten. Vor allem die Musik hat es ihm angetan.

So geht es auch Yannick. Der Fünfjährige steht am Hafenbecken direkt neben einer Kapelle und schlägt kräftig die kleine Trommel, die er um den Hals trägt. Sein Ziel ist klar: Er will bald selbst beim Umzug mitlaufen und den Takt vorgeben.

Dafür übt er täglich - hier auf dem Schützenfest und zuhause auf dem Schlagzeug, wie er stolz erzählt. Viel fehlt dafür nicht mehr, er hält schon beeindruckend sicher den Rhythmus.

Ein junge spielt eine Trommel

Yannick träumt davon, beim Schützenfest den Takt vorzugeben.

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Yannick hat seine Schützenfest-Karriere noch vor sich. Heiner Schröder kann dagegen auf eine lange Geschichte zurückblicken. Es ist das 53. Neusser Bürger-Schützenfest, bei dem er die Tuba bläst.

Seine Großeltern hatten eine Kneipe in der Stadt, schon als Kind saß er auf der Treppe und sah mit großen Augen dabei zu, wie die Paraden vorbeizogen. "Es ist bis heute ein fester Teil meines Lebens und immer ein besonderes Erlebnis", sagt Schröder, der zum Musikverein Frohsinn Norf gehört.

Ein Mann mit einer Tuba steht auf einer Straße

Heiner Schröder ist schon seit über 50 Jahren beim Schützenfest dabei.

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Für den 70-Jährigen und die anderen Musiker bedeutet das Volksfest aber auch harte Arbeit: "In den kommenden Tagen bin ich zehn bis zwölf Stunden unterwegs. Das ist anstrengend, aber auch einfach großartig." Schröder kann hier in der Innenstadt keinen Meter gehen, ohne von Bekannten und Freunden gegrüßt zu werden.

Einmal im Jahr kommen hier alle zusammen. Neuss erwacht richtig zum Leben und das ist einfach schön. Heiner Schröder, Neusser Schütze

Schützenkönig ist tief gerührt

Um Schröder herum füllen sich am Samstag die Straßen mehr und mehr mit Menschen. Die Schützen stimmen sich auf die kommenden Tage ein. Eine Gruppe junger Männer singt lautstark: "Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt."

Einige Meter entfernt stoßen die Mitglieder vom Hubertuszug Rheinkaliber miteinander an. Auch sie haben den Start des Bürger-Schützenfestes verfolgt, heute steht noch ein besonderer Programmpunkt für sie an: Die Ermittlung des Königs und der Königin ihres Zuges.

Dafür schießen sie nicht auf einen Vogel, sondern machen eine kleine Olympiade mit mehreren Spielen. Welche das sind, wollen sie nicht verraten. Alle sollen die gleichen Chancen haben, sich zu krönen.

Franz Josef Odendahl trägt den Titel des Neusser Schützenkönigs dagegen seit einem Jahr. Franz Josef II. ist sichtlich gerührt, dass das riesige Volksfest nun endlich startet. "Das ist einfach ein Gänsehautmoment und es werden noch viele weitere folgen", betont Odendahl.

Ein Mann steht neben einer Kanone

Sein Terminkalender für die kommenden Tage platzt aus allen Nähten. Der Höhepunkt, da ist er sich sicher, wird die große Königsparade sein. "Davon träumt jeder Neusser Schütze. Ich werde den Moment in vollen Zügen genießen."

Ein Schützenfest voller Höhepunkte

Das Fest und vor allem die Kirmes genießen auch viele Familien, die an den Buden und Fahrgeschäften vorbeischlendern, die an den Straßen aufgebaut wurden. Es riecht nach gebrannten Mandeln, Musik schallt aus den Boxen.

Stofftiere hängen vor einem Stand

Buden voller Stofftiere dürfen auf der Kirmes nicht fehlen.

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Einige Fahrgeschäfte sind weithin sichtbar. Das gilt etwa für den 85 Meter hohen "Mission Impossible Tower". Der Freefalltower steht das erste Mal auf einer deutschen Kirmes.

Ein Fahrgeschäft ragt in den Himmel.

Auf der Kirmes gibt es viele Fahrgeschäfte.

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Von oben haben die Besucher eine gute Aussicht auf die geschmückte Stadt und das Gelände der Landesgartenschau. Lange können sie den Ausblick aber nicht genießen, schließlich rauschen sie schnell wieder in Richtung Boden. Aber auch Besuchern, die weniger Lust auf einen Adrenalin-Schub haben, bekommen hier einiges geboten.

Für Fans des Schützenbrauchtums gilt das sowieso. Das Festprogramm ist voller kleiner und großer Höhepunkte. Am Samstagabend steht unter anderem der traditionelle Fackelzug auf dem Plan. Auch in den folgenden Tagen dreht sich in Neuss alles um das Schützenfest.

Unsere Quellen:

  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
  • Gespräche mit Besuchern des Neusser Bürger-Schützenfests und Schützen

Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 29.08.2026, 12:45 Uhr

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