Kreis Olpe: Brücke repariert - Strecke für viele Züge wieder frei
Stand:
Zwei Brücken bei Lennestadt im Kreis Olpe machten den Verantwortlichen in vielen Unternehmen dieser Woche Sorgen. Ab Samstag können viele Güterzüge auf der Strecke zwischen Siegen und Ruhrgebiet wieder fahren. Der Intercity fährt aber noch nicht wieder.
Das Störungsportal der Bahn zeigte seit Montagabend eine Nachricht an, die in vielen Firmen in Südwestfalen für Unruhe sorgte. Eins der beiden Gleise auf einer Brücke zwischen Kirchhundem und Lennestadt war gesperrt, das andere Gleis wurde um einige "Streckenklassen" herabgestuft.
Eine Brücke provisorisch repariert
Zwei Brücken sind marode. Das bedeutete: Schwere Züge durften dort nicht mehr lang. Doch jetzt gibt es gute Nachrichten von der Schiene: Die Bahn hat eine kaputte Brücke bei Kirchhundem provisorisch repariert, so ein Bahnsprecher auf WDR-Anfrage.
Seit Samstag (21. Juni) können viele Güterzüge die Strecke wieder passieren. Das dürfte bei der Industrie in der Region für etwas Entspannung sorgen. Sie transportiert viele Güter mit der Bahn. Das ging diese Woche nur mit großen Umwegen und hohen Kosten. Nur besonders schwere Güterzüge werden weiterhin umgeleitet.
Der Personenverkehr ist nach wie vor betroffen. Der Intercity Frankfurt-Siegen-Dortmund fährt laut App der Deutschen Bahn auch am Samstag noch nicht. Zwischenzeitlich hatte der WDR die Information, dass die Intercity-Züge voraussichtlich ab Samstag wieder fahren sollen. Fahrgäste müssen seit Montag vom Intercity auf die Regionalzüge RE 34 und RB 91 umsteigen. Sie sind leicht genug und konnten trotzdem fahren.
Auswirkungen auf Siegen-Wittgensteiner Bahnunternehmen
Bei Christian Betchen, Geschäftsführer der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein, dürfte die provisorische Reparatur für etwas Entspannung sorgen. Das Bahnunternehmen holt die Güterwagen bei den Firmen im Kreis ab und fährt sie direkt zum Ziel oder zum Güterbahnhof in Hagen. Von dort geht es dann mit einem anderen Dienstleister weiter durch Deutschland und Europa.
Es staut sich auf der Schiene
Bildquelle: Julian BeuterUm die Güterwagen trotzdem noch ans Ziel zu bekommen, brauchte er die letzten Tage erheblich mehr Personal, und die Lokomotiven sind durch solche Umleitungen ebenfalls länger im Einsatz als sonst.
Und dann war die Nachricht von der Streckensperrung für die Kreisbahn auch noch völlig überraschend gekommen, so Betchen.
Noch am Montagabend habe man erste Fahrten umplanen müssen. Die Sperrung sorgte für einen Stau von Waggons, die um die Sperrung herumgefahren werden mussten.
IHK Siegen: Bahnsperrungen sind bitter
Die gesperrte Brücke liegt im Kreis Olpe. Für ihn und den ebenfalls betroffenen Kreis Siegen-Wittgenstein ist die Industrie- und Handelskammer Siegen zuständig. Ein Sprecher sagt: "Die Einschränkung ist für viele Unternehmen bitter."
Mit der Sperrung der A45 bei Lüdenscheid hätten sich viele Richtung Bahn orientiert, um weiter zuverlässig liefern zu können. Und dann falle diese ebenfalls kurzfristig aus: Das habe Auswirkungen auf die Abläufe in vielen Firmen.
Die IHK sieht ein weiteres Problem: Die Bahnstrecke von Siegen nach Köln ist stellenweise eingleisig. Ihr fehle die Kapazität, um so eine Sperrung auszugleichen. Die IHK fordert deshalb den zweigleisigen Ausbau, damit sie auch als Umleitung genutzt weden kann.
Neubau im nächsten Jahr geplant
Für eine der beiden Brücken war für das kommende Jahr bereits ein Neubau vorgesehen. Auch wenn die Instandsetzung der Brücke erst mal provisorisch schnell geklappt hat: das grundlegende Problem bleibt die marode Infrastruktur.
Schon im März waren auf einer kleineren Nebenstrecke in der Nähe zwei marode Brücken aufgefallen. Dort wurde der Verkehr komplett eingestellt.
Unsere Quellen:
- Störungskarte Deutsche Bahn
- Pressestelle Deutsche Bahn
- Kreisbahn Siegen-Wittgenstein
- IHK Siegen