Das Breakomers-Team Christian Fabek, Paulo Wohlfahrt, Dr. Kubilay Ceyhan und Willy Zubert (v.li.) mit Mentorin Prof. Dr. Adelheid Godt
Schaumstoff, wie er in Matratzen und Polstern steckt, wird bisher meist verbrannt. Eine Wiederverwertung ist unmöglich oder so aufwändig, dass es sich nicht rentiert. Doch Bielefelder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben es geschafft, recyclingfähige Schaumstoffe herzustellen.
Dafür hat die Gruppe rund um den Chemiker Dr. Kubilay Ceyhan Sollbruchstellen in den Kunststoff eingebaut. Dadurch kann er beim Recyceln wieder in seine ursprünglichen Komponenten zerlegt werden - und aus denen können dann wieder neue Schaumstoffe hergestellt werden. Laut den Forschenden lässt sich dieser Prozess beliebig oft wiederholen.
Start-Up will Matratzen-Kreislauf
Um den Schritt vom Labor auf den Markt zu schaffen, bekommen die Forschenden 1,5 Millionen Euro von einem Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Damit wollen sie ein Start-Up gründen. Die Geschäftsidee: umweltfreundliche Matratzen, die das Unternehmen nach der Nutzungszeit wieder zurücknimmt und zu neuen Matratzen recycelt. Das könnte vor allem für Krankenhäuser, Seniorenheime oder Studierendenwohnheime interessant sein, hofft Kubilay Ceyhan. In einem halben Jahr will er einen ersten Prototyp entwickelt haben.
Neue Technologie war ein Zufallsfund
Ceyhan stieß während seiner Promotion zufällig auf ein Molekül, das sich für die Herstellung von abbaubaren Kunststoffen eignet.
„Diese Entdeckung haben wir direkt zum Patent angemeldet." Dr. Kubilay Ceyhan, Chemiker
Um die Technologie in die Praxis zu bringen, wollen Ceyhan und seine Mitstreitenden mit einem Matratzenhersteller zusammenarbeiten. Läuft alles gut, könnten die ersten Recyclingmatratzen in drei bis vier Jahren zum Einsatz kommen.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung der Universität Bielefeld
- Intreview mit Kubilay Ceyhan
Sendung: WDR.de, Bielefelder wollen Recycling Matratzen produzieren, 01.12.2025, 06:01 Uhr