Niedrigwasser noch nicht so schlimm wie erwartet
WDR. 02:00 Min.. Verfügbar bis 27.07.2028.
Weser-Pegel : Niedrigwasser noch nicht so schlimm wie erwartet
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Der Wasserstand der Weser in OWL sinkt weiter - wenn auch nicht so stark wie eigentlich vorhergesagt. Aber die Hitzetage, die für diese Woche angekündigt sind, könnten das schnell ändern. Mehr Wasser aus der Edertalsperre wird es nicht geben.
Am Ufer der Weser in Minden oder Höxter ist es deutlich zu sehen: Viele Buhnen, die künstlich aufgeschütteten Landzungen, mit denen die Fließgeschwindigkeit erhöht werden soll, liegen nicht mehr unter Wasser. Links und rechts der Weser kommen immer mehr steinige Uferbereiche zum Vorschein.
So schlimm wie prognostiziert ist die Lage aber noch nicht: Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser (WSA) hatte für den Pegel Porta für Montag mit nur noch 60 bis 70 Zentimetern gerechnet. Der bisher niedrigste Pegelstand von 89 Zentimetern im Jahr 2020 wäre damit weit unterschritten gewesen. Am Montag um 19:30 Uhr zeigt der Weserpegel aber noch 108 Zentimeter.
Keine Entwarnung für Schifffahrt und Natur
In Höxter steht der Pegel zur gleichen Zeit bei 74 Zentimetern, im Dürrejahr 2018 wurden nur 65 Zentimeter gemessen. Der Wasserstand ist also bisher nicht so stark gefallen wie befürchtet. Das heißt aber nicht, dass das WSA Entwarnung geben kann. Wie sich die Pegelstände in den kommenden Tagen entwickeln, lässt sich schwer vorhersagen. Die heißen Tage, die ab Mitte der Woche erwartet werden, dürften eher für ein weiteres Absinken sorgen.
Sichtbar mehr Flussbett zeigt die Weser am Einstiegsbereich von "Wassersport Höxter".
Edertalsperre steuert den Wasserstand
Dass die Wasserstände an der Weser sinken, hängt eng mit der Edertalsperre in Nordhessen zusammen. Sie gibt in trockenen Zeiten eigentlich gezielt Wasser an die Eder ab, die später über Fulda und Weser auch Ostwestfalen-Lippe erreicht. So wird der Wasserstand der Oberweser reguliert und die Schifffahrt unterstützt.
Weil in den vergangenen Wochen nur wenig Regen gefallen ist und die Wasservorräte begrenzt sind, wird die Wasserabgabe derzeit auf ein Minimum begrenzt, nur sechs Kubikmeter pro Sekunde fließen ab. Bis sich das an der Weser in OWL bemerkbar macht, vergehen einige Tage.
Das Niedrigwasser wird zum Problem für Schiffe und Fische
Die Entwicklung wird vor allem von der Binnenschifffahrt genau beobachtet. Sinkende Wasserstände können dazu führen, dass Schiffe weniger Ladung transportieren können oder sie ihre Fahrweise anpassen müssen. Maurice Jurke ist der Fachbereichsleiter Schifffahrt beim WSA Weser. Er nennt die Lage auf der Oberweser zwischen Hann. Münden und Minden für den Schiffsverkehr katastrophal. "Der Verkehrsweg ist fast komplett lahmgelegt."
"Dass wir so früh im Jahr Niedrigwasser haben, gibt uns zu denken. Da macht sich schon Ratlosigkeit breit." Maurice Jurke, WSA Weser
Wenig Wasser gefährdet auch immer Fische und andere Wasserlebewesen im Fluss. Hohe Wassertemperaturen senken den Sauerstoffgehalt, für viele Fischarten ist das lebensgefährlich. Wenn die Wassermenge sinkt, steigt auch die Schadstoffkonzentration. Nur andauernde Regenfälle könnten etwas dagegen ausrichten.
"Das hat es in der Vergangenheit auch schon gegeben. Wenn wenig Wasser und zugleich heißes Wasser da ist, wird es für Fische gefährlich." Jörg Böhner, Wasserbaumeister vom Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt
Auch wenn es verführerisch aussieht: Die Weser ist nicht so niedrig, dass man durchgehen kann. Es gibt viele Bereiche, die tiefer sind als der Pegelstand vermuten lässt. Die Retter der DLRG warnen: Die Fließgeschwindigkeit der Weser ist auch bei niedrigem Wasserstand hoch, ungeübte Schwimmerinnen und Schwimmer können schnell abgetrieben werden.
Unsere Quellen:
- Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt Weser
- Maurice Jurke, Fachbereichsleiter Schifffahrt
- Jörg Böhner, Wasserbaumeister
- DLRG
- Beobachtungen der WDR Reporter in Höxter und Porta Westfalica
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 27.07.2026, 19:30 Uhr

