Warum ein Hochhaus für Ärger sorgt
02:32 Min.. Verfügbar bis 31.07.2028.
Das achtgeschossige Gebäude stammt aus den 1970-er Jahren. Es hat 64 Wohnungen. Sie wurden damals als Kapitalanlage an verschiedene Interessenten verkauft. Die Eigentümer vermieteten die 50 bis 70 Quadratmeter großen Appartements.
Doch das Modell funktionierte am Ende aus unterschiedlichen Gründen nicht. Nach und nach zogen die Mieter aus. Die letzten verließen das Haus schon vor rund 20 Jahren. Seitdem verfiel das Hochhaus immer weiter.
Schandfleck im Kurort
Für viele Bürgerinnen und Bürger ist das Hochhaus am Sulburgring 11 in Bad Driburg ein Schandfleck. Jahrelang gingen hier Obdachlose ein und aus. Jugendliche machten Blödsinn. Entsprechend sieht es im Inneren aus.
Kaputte Fensterscheiben und Schrott: So sieht es im Hochhaus aus.
Das Gebäude zog auch Menschen von außerhalb an: Sie wollten in diesem "Lost Place" Videos drehen. Um das zu verhindern, handelte die Stadt vor ein paar Jahren. Obwohl ihr die Immobilie da noch nicht gehörte: Die Zugänge im Erdgeschoss wurden gesichert. Viel geändert hat das allerdings nicht. Erst vor Kurzem kletterten übermütige Jugendliche über das Fallrohr bis aufs Dach.
Das Hochhaus am Sulburgring gilt als Schandfleck für die Bürgerinnen und Bürger in Bad Driburg.
Schwierige Kaufverhandlungen
Nun verkünden Bad Driburgs Bürgermeister Tobias Tölle (parteilos) und Thomas Emerich, Abteilungsleiter des Liegenschaftsamtes, die Nachricht: Die Stadt hat das Hochhaus gekauft.
Bad Driburgs Bürgermeister Tobias Tölle, parteilos, (links) und Thomas Emerich, Abteilungsleiter des Liegenschaftsamtes, verkünden den Kauf.
Auf der Immobilie lasteten zuletzt Schulden von insgesamt mehr als einer Million Euro. Außerdem hatte das Gebäude zuletzt noch sieben Eigentümer. Komplizierter geht ein Hauskauf wohl kaum.
Doch das Team des Liegenschaftsamtes hat es in fünf Jahren geschafft, erfolgreich zu verhandeln. Banken verzichteten auf viel Geld. Die unterschiedlichen Eigentümer aus Frankreich, der Türkei und anderswo erkannten, dass eine Lösung nötig war. Die Stadt hatte für den Kauf maximal 286.000 Euro zur Verfügung. Das reichte aus.
Abriss oder Sanierung?
Jetzt geht es um die Zukunft des Gebäudes. Noch ist offen, ob das Hochhaus grundlegend saniert oder abgerissen wird. Darüber muss der Stadtrat entscheiden.
Vor rund 20 Jahren zogen die letzten Mieter aus. Dementsprechend sieht es drinnen aus.
Die Stadtverwaltung würde das Quartier am liebsten umgestalten und aufhübschen. Der parteilose Bürgermeister will der politischen Entscheidung nicht vorgreifen. Herauszuhören ist aber, dass er den Schandfleck am liebsten ausradieren würde.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Bürgermeister Tobias Tölle, parteilos
- Gespräch mit dem Leiter des Liegenschaftsamtes Thomas Emerich
- Recherchen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 31.07.2026, 15:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 31.07.2026, 19:30 Uhr
