Noch bis Ende Januar dürfen Rehe und eine Reihe anderer Wild-Arten erlegt werden. Das Regionalforstamt Münsterland fordert, diese Zeit auch auszunutzen. In bestimmten Regionen würden sich gerade im Winter unter anderem zu viele Rehe in den Wäldern tummeln.
Mehr Rehe, mehr Schäden an jungen Bäumen
Das Problem: Laut der Forstbehörde hat die Zahl von Rehen in Westfalen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Tiere würden vor allem dort große Schäden verursachen, wo Flächen aufgeforstet werden sollen und die Triebe junger Bäume abfressen.
"So einfach, wie sich manche Leute das denken, ist das nicht. Wir haben da auch viele Dinge zu beachten." Werner Baumeister, Leiter Hegering Dülmen
"Wir haben sehr viele große Freiflächen, wo früher alte Bäume standen und jetzt junge Bäume wachsen müssen", sagt etwa Carla Paul, Försterin beim RVR. "Das ist nur mit angepassten Wildbeständen möglich, die nicht zu viel die jungen Bäumchen verbeißen."
Klimarobuste Wälder müssen Chance haben, zu wachsen
Auch in der Hohen Mark bei Haltern haben Trockenheit und Borkenkäfer große Lücken gerissen. Försterin Carla Paul sagt, dass beispielsweise Eichen kaum noch eine Chance hätten, hoch zu wachsen. Doch auch sie seien wichtig, wenn es darum gehe, klimarobuste Wälder zu schaffen.
Rehe intensiver jagen? Forstbehörde wünscht sich mehr Abschüsse
Bildquelle: imageBROKER / newspixx vario imagesWDR Studios NRW. 27.01.2026. 00:44 Min.. Verfügbar bis 27.01.2028. WDR Online.
Unterschiedliche Zuständigkeiten bei der Jagd
In staatlichen Wäldern können die Regionalforstämter selbst bestimmen, wie viele Tiere erlegt werden. Doch es gibt in Westfalen auch sehr viele private Jagdpächter. Und die bestimmen selbst, welche Tiere in welcher Zahl erlegt werden.
Beim Hegering Dülmen beispielsweise hält man wenig davon, dass generell mehr Wild geschossen werden soll. Das Ganze sei schwer umsetzbar, sagt Hegeringsleiter Werner Baumeister. Auch fehle die öffentliche Akzeptanz für eine stärkere Bejagung.
Nicht nur in Teilen des Münsterlandes, auch in anderen Landesteilen seien die Verbiss-Schäden hoch, sagt Wald und Holz NRW. Dazu zählen beispielsweise die Kreise Euskirchen, Siegen-Wittgenstein, Soest oder auch Lippe. Jede Region fertigt eigene Gutachten dazu an, wie stark Wildtiere nachwachsende Wälder bedrohen.
Unsere Quellen:
- Gespräche mit dem Regionalforstamt Münsterland/ Wald & Holz NRW
- Gespräch mit Carla Paul, Försterin RVR Ruhr Grün
- Gespräch mit Werner Baumeister, Leiter Hegering Dülmen
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 27.01.2026, 07:31 Uhr
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 27.01.2026, 09:31 Uhr
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