Gerda Otto geht auch bei Hitze mit ihrer Patin raus, sie fühlt sich mit Begleitung sicher.
"Schön, dass Sie da sind", sagt Eva Maria Bacso und öffnet die Tür, um die Hitzepatin in ihre Wohnung zu lassen. Kerstin Kaltwasser tritt ein. Sie engagiert sich ehrenamtlich und besucht die 82-Jährige seit diesem Sommer regelmäßig - vor allem an heißen Tagen.
"Dann trinken wir mal ein Schlückchen“, sagt sie auf dem Weg in die Küche und füllt Wasser in Gläser. "Eigentlich immer ein schönes Gefühl, hier hinzukommen und helfen zu können", sagt die ehrenamtliche Helferin. Egal ob beim Einkauf oder bei irgendwelchen anderen Sachen wie zum Beispiel Abdunkeln.
Paten werden geschult
Die beiden Frauen haben sich über ein neues Projekt der Stadt Bielefeld kennen gelernt, das Teil des Hitzeaktionsplans der Kommune ist. Die Hitzepatinnen und -Paten werden seit dem vergangenen Sommer in Schulungen auf ihr Ehrenamt vorbereitet.
Das Ziel: Ältere Menschen und andere Risikogruppen an besonders heißen Tagen informieren, betreuen und so besser schützen. Inzwischen sind fast 40 Freiwillige aktiv und kümmern sich jeweils um eine andere Person oder ein Ehepaar.
Trotz Hitze mit Begleitung spazieren gehen
Lia Seibel ist Hitzepatin und hilft älteren Menschen gern ehrenamtlich
Auch Lia Seibel hat sich in der Schulung mit Gefahren von Hitze und möglichen Maßnahmen dagegen beschäftigt. Seit einigen Wochen ist sie nun als Hitzepatin für Gerda Otto da.
Die 80-Jährige lebt in Bielefeld und möchte trotz der Hitze möglichst einmal am Tag raus, spazieren gehen: "Ab 25 Grad bin ich sonst nicht mehr raus gegangen", sagt Otto. Nun dreht sie am Abend mit ihrem Rollator und Lia Seibel eine kleine Runde. In Begleitung fühlt sie sich sicherer.
Nach zehn Minuten setzen sich die beiden auf eine Parkbank, Lia Seibel hat Wasser mitgebracht und schenkt ein. Eine halbe Stunde sprechen die beiden über verschiedene Themen und auch mögliche weitere Treffen.
Paten melden sich bei Hitzewarnung
Die Hitzepaten verteilen Infoblätter und werben für das Ehrenamt
Vor allem, wenn es offizielle Hitzewarnungen gibt, sollen die Patinnen und Paten aktiv werden. "Ich habe auch die Verantwortung, dass ich mich melde", sagt die ehrenamtliche Lia Seibel. "Es ist schön, aus der eigenen Bubble rauszukommen.“
Kontakt über Hitzetelefon der Stadt
In der Wohnung von Eva Maria Bacso ist es am Vormittag noch angenehm kühl, gemeinsam mit Kerstin Kaltwasser sitzt sie im Wohnzimmer. Den Kontakt hat Bacso über das Hitzetelefon der Stadt Bielefeld bekommen.
Beim ersten Treffen war dann noch ein Mitarbeiter der Stadt dabei, inzwischen ist eine vertraute Bekanntschaft gewachsen: "Es ist irgendwie eine Sicherheit, dass man nicht alleine ist", erklärt die Seniorin und lächelt.
Zeit für Kuchen und Eis essen
Als Hitzepatin achtet Kerstin Kaltwasser darauf, dass genug getrunken wird
Diesmal unterhalten sich die Frauen bei einem Glas Wasser, manchmal gibt es auch Kuchen oder Eis. E-Mails schreiben sie sich inzwischen fast jeden Tag. Kerstin Kaltwasser würde sich im Alter ebenfalls über Hilfe bei Hitze freuen: "Ich würde mir auch wünschen, dass da jemand ist, der mich begleitet. Von daher ist das schon auch ein Thema, mit dem man sich beschäftigt".
Unser Quellen:
- Stadt Bielefeld
- WDR-Reporter vor Ort
Über dieses Thema berichten wir am 13. August 2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit OWL, 19.30 Uhr.