Schmierereien gegen Mindens Landrat Doğan
Bildquelle: WDRWDR. 3 Min. 33 Sek.. Verfügbar bis 11.09.2028.
Unbekannte haben an mehreren Stellen "Ali raus" an das Kreishaus in Minden gesprüht. Ali Doğan äußerte sich umgehend selber mit einem Video auf Social Media und betonte, er werde sich nicht einschüchtern lassen.
"Vielleicht geht es um politische Entscheidungen. Vielleicht darum, dass ich mich in den vergangenen Wochen sehr deutlich gegen Rechtsextremismus und die #noAfD positioniert habe." Ali Doğan, Landrat Minden-Lübbecke (SPD)
Minden-Lübbeckes Landrat Ali Doğan.
Bildquelle: WDRDoğan ist in Ostwestfalen geboren und aufgewachsen, seine Eltern waren Anfang der 70er Jahre nach Deutschland eingewandert. Der SPD-Politiker äußert sich auf Social Media häufig zu Themen rund um gesellschaftliche Vielfalt.
Doğan über Einschüchterung und die Folgen für seine Familie
Im WDR-Interview berichtet Doğan, dass er schockiert war, als er von den Schmierereien gehört hat. Er sei direkt entschieden gewesen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Gleichzeitig bewege ihn der Vorfall innerlich:
"Ich bin Ehemann und Vater von zwei Kindern und wenn man sowas liest, dann macht das was mit einem. Aber wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen." Ali Doğan, Landrat Minden-Lübbecke (SPD)
Ob das Motiv jetzt Rechtsextremismus, Rassismus oder aktuelle politische Außeinandersetzungen im Kreistag seien, wisse er noch nicht. Fest stehe für Doğan, dass er persönlich eingeschüchtert werden sollte.
Wichtige politische Entscheidungen in Minden
In wenigen Tagen steht eine der zur Zeit wichtigsten politischen Entscheidungen im Landkreis an. Dabei geht es um die Umstrukturierung der Mühlenkreiskliniken - in diesem Zuge sollen drei Krankenhäuser geschlossen und zwei neue gebaut werden.
Die Baukosten sollen sich auf rund 500 Millionen Euro belaufen, Kritiker rechnen mit mehr. Zuletzt war es auch zu rechtlichen Auseinandersetzungen rund um das Vorhaben gekommen.
Solidarität mit Landrat Doğan
Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich auf X zu dem Vorfall geäußert. Er bezeichnete die Schmierereien als "widerlich" und sprach Landrat Doğan seine volle Solidarität aus.
"Über politische Entscheidungen kann man hart streiten. Das gehört zur Demokratie. Hass und Einschüchterung gehören nicht dazu. Wer Verantwortung für seine Heimat übernimmt, verdient Respekt, auch von denen, die anderer Meinung sind." NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU)
Die Verwaltungsleitung und Mitarbeitenden der Kreisverwaltung betonten, "rassistische oder ausgrenzende Äußerungen sowie persönliche Angriffe und Sachbeschädigungen verurteilen wir entschieden." Man stehe geschlossen hinter dem Landrat. "Wir stehen für ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander, in dem jeder Mensch unabhängig von Herkunft oder persönlichem Hintergrund respektiert wird." Der Personalrat sprach von Anfeindungen und zeigte sich "fassungslos".
Staatsschutz ermittelt gegen unbekannt
Der Hausmeister hatte nach Angaben der Verwaltung die Schmierereien am frühen Morgen entdeckt und die Polizei gerufen. Die sechs Schriftzüge an Pfeilern des Gebäudes und einer Glasscheibe im Eingangsbereich seien unkenntlich gemacht worden und sollen am Montag vollständig entfernt werden.
Der Staatsschutz Bielefeld ermittelt zu dem Vorfall und nimmt Hinweise von Zeugen entgegen. Es werde zunächst wegen Sachbeschädigung gegen unbekannt ermittelt.
Unsere Quellen:
- Pressestelle Polizei Bielefeld
- Instagram-Account von Ali Doğan
- Neue Westfälische
- Deutsche Presse-Agentur
Sendung: WDR.de, Kreishaus Minden beschmiert, 11.09.2026, 12:30 Uhr Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 11.09.2026, 19:30 Uhr

