Mit einer gemeinsamen Übung retteten Helfer von Feuerwehr und DLRG einen Mann aus der Sieg. Zwar ohne Hochwasser, dafür aber bei kalten Temperaturen. Gut, dass das vermeintliche Opfer einen Neoprenanzug unter der Kleidung trug.
Katastrophenschutztag in Siegen – Hilfe zur Selbsthilfe gefördert
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Tausende Besucher lockt der 6. Katastrophenschutztag in die Siegener Innenstadt. NRW-Innenminister Herbert Reul lobt das Ehrenamt. Ohne die Menschen, die unentgeltlich und in ihrer Freizeit für andere aktiv seien, könnten Katastrophen nicht mehr bewältigt werden.
Wie groß ist die Hochwassergefahr in der Bahnhofstraße in Freudenberg? Diese Frage beschäftigt Melanie Klappert schon länger. Gemeinsam mit Andreas Kaiser blickt sie auf einen großen Bildschirm. Der Siegener Kreismitarbeiter hat die Bahnhofstraße in das Computerprogramm eingetippt und auf der Starkregenhinweiskarte für NRW wird das Haus der Freudenbergerin sichtbar. Und zeigt gleich bedrohliche Stellen auf.
Lichtschächte können problematisch sein
Melanie Klappert informiert sich darüber, wie gefährdet ihr Haus im Hochwasserfall ist.
"Wenn hier eine Vertiefung ist und da ein Lichtschacht in der Nähe, kann es schnell zu einem Problem werden. Da läuft dann Wasser ins Haus und das kann gefährlich werden", erklärt Andreas Kaiser. Er informiert die Besucher beim 6. landesweiten Katastrophenschutztag in Siegen darüber, wie gefährdet die Menschen bei Hochwasserlagen sein können. In Siegen kann bei langanhaltenden Starkregen auch die Sieg mal über die Ufer treten.
150 Helfer arbeiten Hand in Hand
Nur wenige Meter von ihnen entfernt fließt dieser Fluss durch die Innenstadt. Heute ohne Hochwasser, dafür aber mit kalten Temperaturen. Ein Mann liegt mit dem Bauch in dem kniehohen Wasser. Er hält sich an einem Stein fest und braucht offensichtlich Hilfe. Die ist bei 150 Helfern von Feuerwehr, THW, DRLG, DRK und Malteser Hilfsdienst an diesem Tag auch noch schneller da als sonst.
Der Übungseinsatz findet per Seilbahn statt.
In speziellen Schutzanzügen gehen die Helfer in den Fluss und retten den Mann mit einer schwimmfähigen Trage. Mit der wird der später auch über eine Seilbahn an Land gezogen. Die haben die Ehrenamtler vorher in stundenlanger Arbeit aufgebaut.
Ehrenamtler stehen im Rampenlicht
Beim Katastrophenschutztag konnten sich die einzelnen Hilfsorganisationen bestens präsentieren. Mit ihren Fahrzeugen, ihrer Technik und ihrem Können. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, dass die Ehrenamtlichen an diesem Tag im Rampenlicht stehen würden.
Hilfe zur Selbsthilfe
Dabei ging es nicht nur um die Übungen und große Fahrzeuge. Vielmehr auch um die kleinen Dinge, die die Menschen selbst im Falle einer Katastrophe tun können. Einen Vorrat mit Lebensmitteln anlegen. Ein Radio mit Batterien anschaffen. Auch Kerzen und ein Feuerzeug oder Streichhölzer seien wichtige Hilfsmittel.
Feuer und Wasser können zur Gefahr werden
Helfer des Technischen Hilfswerk zeigen an einem großen Trichter wie schnell sie Sandsäcke befüllen können. "Wenn's gut läuft, füllen wir pro Stunde 4600 Sandsäcke. Rund 1500 haben wir bei uns um Lager in Olpe immer vorrätig. Wenn es mal schnell gehen muss", erklärt Daniel Lippe vom Technischen Hilfswerk Olpe.
In Siegen ging es an diesem Samstag beim NRW-Katastrophenschutztag aber auch um die Themen Hitze und Waldbrände. Denn ein großer Waldbrand im Ilsetal bei Bad Laasphe hat in diesem Sommer einige hundert ehrenamtliche Helfer mächtig ins Schwitzen gebracht.
Unsere Quelle:
- Reporter vor Ort
Über dieses Thema berichten wir am 13.10.2025 auch in der WDR Lokalzeit Südwestfalen ab 19.30 Uhr.