Wer hat sich in Bünde sexuell an Leichen vergangen?

WDR 01:32 Min. Verfügbar bis 15.07.2028

Störung der Totenruhe Wer hat sich in Bünde sexuell an Leichen vergangen?

Stand:

Im Krankenhaus Bünde hat jemand sexuelle Handlungen an Leichen vorgenommen. Am Landgericht Bielefeld startete heute der Prozess.

Die Tat ist verstörend. Es steht die Frage im Raum: Wer macht so etwas?

Angeklagt ist ein 39-Jähriger aus Hiddenhausen im Kreis Herford. Er soll sich mehrmals Zutritt zur Pathologie des Bünder Krankenhauses verschafft haben. Also dort, wo Verstorbene liegen. Das Landeskriminalamt NRW hatte gegen ihn ermittelt, weil er sich im Internet kinderpornografische Inhalte angeschaut haben soll. Auf seinem Handy fand die Polizei dann auch Videos von den Leichenschändungen.

Störung der Totenruhe

Die Staatsanwaltschaft hat den Verdächtigen unter anderem wegen Störung der Totenruhe angeklagt. Belastet wird er vor allem durch Handyvideos. Augenscheinlich hat sich der 39-Jährige bei den sexuellen Handlungen an den Leichen selbst gefilmt. Er selbst schweigt zu den Vorwürfen.

Wer macht so etwas?

Der Angeklagte gab im Prozess Auskunft zu seinem Lebenslauf. Demnach ist er in Bünde geboren und aufgewachsen. Er ging zur Hauptschule und machte eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner. Später bekam er dann über eine Leiharbeitsfirma eine Anstellung beim Krankenhaus in Bünde. Dort war er für die Pflege der Außenanlagen zuständig. Er hatte einen Schlüssel, der ihm auch den Zutritt zur Leichenhalle ermöglichte. Wegen eines Verkehrsdelikts mit einem Dienstwagen wurde ihm gekündigt. Den Schlüssel soll er aber nicht zurückgegeben haben.

Das Lukas-Krankenhaus in Bünde von außen

Im Bünder Krankenhaus soll sich der Angeklagte Zutritt zur Pathologie verschafft haben.

Schuldfähigkeit unklar

Ob bei dem Angeklagten möglicherweise eine Nekrophilie, also die krankhafte sexuelle Vorliebe für Leichen, vorliegt, wird vermutlich schwer herauszufinden sein. Der Psychologe Dr. Oliver Dollase aus Bielefeld soll den Angeklagten begutachten. Allerdings verweigert der sich, sagte sein Bielefelder Rechtsanwalt Carsten Ernst dem WDR. Der Psychologe ist also auf die Aussagen des Angeklagten während der Gerichtsverhandlungen angewiesen. Er hörte beim Lebenslauf genau zu und bekam zu hören, dass der 39-Jährige vier Kinder mit unterschiedlichen Partnerinnen hat.

Prozess am Landgericht in Bielefeld

Psychologe Dr. Oliver Dollase soll die Schuldfähigkeit des Angeklagten beurteilen.

Das Landgericht Bielefeld hat erst einmal sechs Verhandlungstage angesetzt. Sollte der Angeklagte wegen der Störung der Totenruhe verurteilt werden, drohen ihm bis zu drei Jahre Haft. Allerdings werden ihm auch noch Brandstiftung, Einbruch und der Besitz kinderpornografische Bilder und Videos vorgeworfen. Dies könnte zu einer noch höheren Haftstrafe führen. Er sitzt bereits seit Ende Januar in U-Haft. Festgenommen wurde er zufällig an dem Tag, als seine jüngste Tochter zur Welt kam.

Leichenschändung in Bünde: Prozess gegen 39-Jährigen

WDR 15.07.2026 00:42 Min. Verfügbar bis 14.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Landgericht Bielefeld
  • Staatsanwaltschaft Bielefeld
  • Gespräch mit Rechtsanwalt Dr. Carsten Ernst

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 15.07.2026, 18:09 Uhr

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