Warum starben zwei Erntehelfer?
Bildquelle: WDR / Matthias Münzel00:40 Min.. Verfügbar bis 24.08.2028.
Schon kurz nachdem die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift verlesen hatte, wurde klar: Dieser Prozess könnte länger dauern. Wichtige Zeugen erschienen nicht. Andere sind nicht auffindbar. Jetzt wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.
Ohne Zeugen kein Prozess
Eigentlich waren die Geschwister der verstorbenen Rumänen als wichtige Zeugen geladen. Sie waren im Mai vergangenen Jahres ebenfalls als Erntehelfer im Haus des Angeklagten untergekommen. Während des Prozesses erreichte die Richterin ein Schreiben der Anwältin der Geschwister: Für sie sei die Rückkehr nach Deutschland psychisch nicht zumutbar.
In diesem Haus sind die zwei jungen Erntehelfer nach Gasaustritt gestorben.
Bildquelle: WDR/ Christian MüllerDeswegen versucht das Amtsgericht Höxter jetzt, eine Videoschalte nach Rumänien in die Wege zu leiten. Das könne aber dauern, denn dafür muss auch ein rumänisches Gericht mitspielen. Auch andere Zeugen sind nicht erschienen. Einige waren nicht mehr auffindbar. Die Vorladung konnte nicht zugestellt werden.
Anklage wegen fahrlässiger Tötung
Dem 42-jährigen Angeklagten wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Er hat Wohnungen für Erntehelfer vermietet und soll einen Gasdurchlauferhitzer, der nicht für Innenräume geeignet war, im Badezimmer der Verstorbenen eingebaut haben. Bei der Dusche am Morgen soll deswegen eine tödliche Dosis Kohlenmonoxid entstanden sein.
Dabei starben eine 19-jährige Frau und ein 23-jähriger Mann. Beide waren auf einer Obstplantage in der Nähe beschäftigt. Neben ihnen wohnten andere Erntehelfer im gleichen Haus.
Unsere Quellen:
- Recherche vor Ort
- Beobachtungen des Reporters vor Ort
- Amtsgericht Höxter
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 24.08.2026, 15:30 Uhr
