Viele Jahre wurde geplant, wieder verworfen, neu geplant. Seit einigen Tagen tut sich jetzt tatsächlich was am "Hornschen Tor" in Detmold. Die ersten Bagger sind angerollt, die Fläche wurde vorbereitet. Ab Montag geht es mit dem Buddeln los. Zuerst entsteht das neue Parkhaus.
Für die Stadt nach eigenen Angaben "eines der wegweisendsten städtebaulichen Zukunftsprojekte" direkt am südlichen Eingang zur Altstadt. Hier entstehen ein Quartier, in dem Geschäfte und Büros Platz finden, aber auch ein Hotel, eine Rooftop-Bar, Wohnungen sowie ein Parkhaus auf einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern.
Das Hornsche Tor ist der Eintritt in die Altstadt im Detmolder Süden.
Bildquelle: WDRJahrelanges Projekt "Hornsches Tor" auf der Zielgerade
Das Gelände am Hornschen Tor war jahrelang im Besitz inaktiver Finanzfonds, die laut Stadt eine Neuentwicklung des Areals verhinderten. Seit 2017 stand der vorherige Gebäudekomplex leer. 2023 wurde es abgerissen. Die Stadt kaufte in einem mühsamen Prozess die Grundstücke und plante das neue "Hornsche Tor" in Eigenregie.
"Das ist ein bemerkenswerter Tag für Detmold heute, dass wir nach diesem langen Prozess hier stehen." Frank Hilker, Bürgermeister Stadt Detmold
Dass eine Stadt so ein riesiges Projekt selbst in die Hand nimmt, sei selten. Der Einzelhandelsverband NRW hat es bereits als herausragendes Best-Practice-Beispiel für moderne Stadtentwicklung gewürdigt.
So soll der Eingang im Süden in die Innenstadt in Zukunft aussehen.
Bildquelle: Stadt DetmoldStadt Detmold will klimafreundlich bauen
Weil am Hornschen Tor viel Beton verbaut und wenig Platz für Bäume sein wird, soll es begrünte Fassaden und ökologische Gründächer geben. Zudem werde zum ersten Mal bundesweit der innovative, wasserdurchlässige "Klima-Aktivstein" verbaut und unterirdische Zisternen fangen Regenwasser auf. So will die Stadt zeigen, wie eine klimaresiliente Innenstadt funktionieren könnte.
Auch Material, das seit dem Abriss der früheren Galerie Hornsches Tor und dem benachbarten Parkhaus an der Baugrube verblieben ist, will die Stadt als Recyclingmaterial in das Fundament der drei neuen Gebäude einarbeiten lassen.
Wie geht es weiter am Hornschen Tor?
Zuerst entsteht das Parkhaus, damit die weggefallenen Parkplätze in der Innenstadt schnell ersetzt werden. Die Bauarbeiten an den anderen Gebäudeteilen sollen aber zeitnah parallel beginnen. Ab Dezember wird die Hornsche Straße dann für ein Jahr lang gesperrt. Später folgen weitere Sperrungen anderer Straßen.
Die Stadt hat unter baustelleninfo.com ein zentrales Informationsportal eingerichtet, über das sich Anwohner über den Baufortschritt und geänderte Verkehrsführungen informieren können. Laut Stadt gibt es dort auch ein in Deutschland bislang einmaliges Feature: Bürgerinnen und Bürger können einen vollständig individualisierten Berufsverkehrsticker abonnieren. Der liefert maßgeschneiderte Empfehlungen für den schnellsten Weg zur Arbeit beziehungsweise zum Ziel.
Unsere Quellen:
- Stadt Detmold
- Recherchen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 18.09.2026, 08:30 Uhr
