Neues Hightech-Warnsystem im Kurpark Horn-Bad Meinberg

Bildquelle: WDR/ Stefan Leiwen

WDR 2 Min. 31 Sek. Verfügbar bis 24.09.2028

Nach Gasunfall Neues Hightech-Warnsystem im Kurpark Horn-Bad Meinberg

Stand:

Nach dem Gasunfall im März sind nun Sensoren und eine Warnanlage installiert worden. Das soll den Kurpark sicher machen.

"Achtung, Achtung - eine wichtige Durchsage: Der Kurpark muss auf Grund einer technischen Störung sofort geräumt werden! Wir danken für ihr Verständnis."

So dröhnt die Frauenstimme aus den drei neuen Lautsprechermasten. Sie sind unauffällig im historischen Kurpark Horn-Bad Meinberg aufgestellt. Am Boden stehen schnüffelnde Sensoren, die wie große Staubsauger aussehen. Sie saugen die Luft an und messen den CO2-Gehalt. Sobald die zentrale Steueranlage einen Gasalarm auslöst, wird die Durchsage gestartet und die Feuerwehr informiert.

Einmalige Warnanlage

So eine Anlage ist einmalig. Zwar arbeiten die einzelnen Komponenten schon in der Industrie, beispielsweise in der Getränkeabfüllung, allerdings ist sie in dieser Kombination und im Außenbereich so noch nicht installiert worden. Auch deswegen haben Entwicklung, Bau und Genehmigung ein halbes Jahr gedauert. Die Kosten sollen etwa 100.000 Euro betragen. Jetzt soll der Park in den kommenden Tagen wieder eröffnet werden. Wann genau, will die Stadt noch mitteilen.

Ein Lautsprecher auf einem Pfahl.

Die neuen Lautsprecher sollen in Zukunft Besucher früher warnen.

Bildquelle: WDR/ Stefan Leiwen

5 Verletzte bei Gasunfall

Eine Investition mit gutem Grund: Bei einem Gasunfall tritt im März 2026 CO2 aus. Weil es farblos und geruchsneutral ist, fällt das zunächst niemandem auf. Das Tückische dabei: Kohlenstoffdioxid ist schwerer als Luft und sammelt sich unten auf dem Boden. Unbemerkt strömt das Gas in mehrere Gebäude. Fünf Menschen wurden verletzt. Es drohte Erstickungsgefahr.

Der Kurpark in Horn-Bad Meinberg
"Ich fühle mich hier sicher. Die Anlage ist extra so gebaut, damit der Kurpark möglichst sicher ist.“ Sebastian Vogt, Stadt Horn-Bad Meinberg

Ursprünglich hatte das CO2 hier einen guten Ruf, denn der historische Kurpark von 1767 gründet auf drei natürlichen Heilmitteln: Moor, Wasser und Gas. Die CO2-Vorkommen in Horn-Bad Meinberg waren eigentlich durch eine Gesteinsschicht sicher im Boden verschlossen, für die Erschließung wurden die Gasblasen angebohrt. In sogenannten Mofetten wird das CO2 aus 300 Metern Tiefe durch Rohre an die Oberfläche geführt, um das CO2 beispielsweise bei Wundheilung, Gelenkschmerzen und Migräne zu nutzen.

Ein Diagramm mit Informationen zur geologischen Situation in Bad Meinberg.

Sebastian Vogt erklärt die Geologie unter dem Kurpark.

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Ursache ungeklärt

Die Ursache für den Gasaustritt ist noch immer nicht geklärt. Dabei werden auch die Bohrungen der Mofetten weiter untersucht. In das Kurtheater soll eine neue Belüftungsanlage eingebaut werden. Bis dahin bleibt es geschlossen. Wann die Maßnahmen abgeschlossen sind, steht noch nicht fest.

Unsere Quellen:

  • Stadt Horn-Bad Meinberg
  • Recherchen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 24.09.2026, 19:30 Uhr

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