Sascha Blank fährt 40 Kilometer zur Arbeit.

WDR 03:04 Min. Verfügbar bis 11.03.2028

"Stadtradeln" in Dörentrup Zwischen Klimaschutz und Schlaglöchern

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Seit Anfang Mai wird wieder bundesweit für den Klimaschutz geradelt. Beim Wettbewerb "Stadtradeln" sammeln Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Unternehmen und Kommunen 21 Tage lang möglichst viele Fahrradkilometer.

Die Kampagne des Klima-Bündnisses gibt es seit 2008, inzwischen beteiligen sich bundesweit mehr als 3.000 Kommunen. Allein im Kreis Lippe sind in diesem Jahr wieder zahlreiche Städte und Gemeinden dabei.

Dörentrup: 150 Menschen beim Stadtradeln

Ein Radfahrer in der Natur.

Stadtradeln in der Natur

Ein Beispiel ist die Gemeinde Dörentrup im Kreis Lippe. In der knapp 8.000 Einwohner großen Kommune sind aktuell rund 150 Menschen für das Stadtradeln angemeldet. Zu Beginn der Aktion waren es gerade einmal 17. Über den Anstieg freut sich die Gemeinde – die Herausforderungen kennt sie trotzdem.

"Ich denke, es ist die Infrastruktur. In Dörentrup passt das, aber will man nach Lemgo oder so, wird es schwierig. Dann fühlt man sich unsicher an den Landstraßen und lässt das Rad stehen", heißt es aus der Gemeindeverwaltung.

80 Kilometer Arbeitsweg mit dem Rad

Gefahrensituation: Radfahren auf der Landstraße.

Enge Landstraßen können gefährlich sein.

Diese Erfahrung macht auch Sascha Blank aus Dörentrup. Der Feuerwehrmann fährt regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Bielefeld – knapp 40 Kilometer pro Strecke. Innerhalb der Gemeinde seien viele Wege gut ausgebaut, sagt er. Problematisch werde es jedoch außerhalb der Ortschaften.

"Der Weg bisher war sehr gut und hier fängt das Problem an: typische Landstraße. Noch eng bebaut, viele Schlaglöcher an den Seiten und als Radfahrer ist jedes Überholmanöver kritisch.

"Ich habe dann schon ein mulmiges Gefühl und hoffe, dass ich in den Graben nicht ausweichen muss." Sascha Blank, Teilnehmer beim Stadtradeln.

Stadtradeln zeigt Missstände auf

Zu schmale Landstraßen, fehlende Radwege und schlechte Fahrbahnränder gehören zu den häufigsten Kritikpunkten. Genau solche Probleme sollen durch das Stadtradeln sichtbar werden. Über die begleitende App können Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefährliche Stellen oder Mängel direkt melden. Die Hinweise werden anschließend von den Kommunen ausgewertet.

Nahmobilitätskonzept für besseres Radwegenetz

Der Weg für Radfahrende aus der Vogelperspektive.

Radwegausbau soll kommen

In Dörentrup soll langfristig ein Nahmobilitätskonzept helfen, bestehende Lücken im Radwegenetz zu schließen.

"Wir wollen ein Nahmobilitätskonzept machen, um diese Lücken auch zu füllen. Aber das ist ein langwieriger Prozess“, sagt die Gemeinde.

Investitionen in Radwege lohnen sich

Dass Investitionen in die Infrastruktur Wirkung zeigen können, beobachtet auch Kim Rother, zuständig für Umweltthemen im Kreis Gütersloh. Dort habe es zuletzt viele positive Rückmeldungen gegeben, wenn Radwege ausgebaut oder verbessert wurden.

Als Vorreiter in OWL gilt die Stadt Rheda-Wiedenbrück. Die Kommune wurde im vergangenen Jahr bundesweit mit Platz zwei als besonders aktives Kommunalparlament ausgezeichnet. Doch während das Fahrrad in vielen Städten längst zum Alltag gehört, zeigt sich in ländlichen Regionen noch immer ein anderes Bild.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
  • Gespräch mit Sascha Blank
  • Kreis Gütersloh
  • Gemeinde Dörentrup
  • Internetseite: Stadtradeln.de 

Sendung: WDR.de, Zwischen Klimaschutz und Schlaglöchern, 02.06.2026, 05:05 Uhr

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 02.06.2026, 19:30 Uhr

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