Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben in Espelkamp im Kreis Minden-Lübbecke rund 3.000 Jahre alte Gräber entdeckt. Das Gräberfeld ist bei der Erweiterung des bestehenden städtischen Friedhofs gefunden worden.
"Der Platz wurde bereits in der späten Bronzezeit und wohl auch in der Eisenzeit als Begräbnisort genutzt", erklärt Sebastian Düvel, Wissenschaftlicher Referent bei der LWL-Archäologie für Westfalen. Insgesamt 41 Gräber konnten die Forscher dokumentieren, darunter 13 Urnengräber.
Archäologen finden Reste von Scheiterhaufen
Zudem wurden laut LWL auch mehrere sogenannte Brandschüttungsgräber gefunden, die "Reste der einstigen Scheiterhaufen beinhalteten", so die Archäologen. Eine genaue Datierung dieser Gräber ist laut LWL erst nach und nach möglich. Sie dürften jünger sein als die Urnengräber - möglicherweise aus der Zeit um Christi Geburt.
Laut Archäologe Sven Spiong war die Verbrennung der Toten einst die Regel: "Zum Beginn der späten Bronzezeit kommt es zu einem grundlegenden Wandel der geläufigen Bestattungssitten, man fängt nun an, seine Angehörigen zu verbrennen. In Ostwestfalen ändert sich das - bis auf wenige Ausnahmen - erst wieder im frühen Mittelalter."
Suche nach Grabbeigaben
Die Fachleute wollen jetzt die Überreste entnehmen und die teils zerbrochenen Gefäße wieder zusammensetzen. Sie hoffen, dass sie dabei auch noch Beigaben wie Perlen, Nadeln oder Rasiermesser finden.
Unsere Quellen:
- Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL)