Ilka Gülker, Maria Papakosta-Schurkus und Heidi Freudenstein, die Gründerinnen der Waldschule OWL, stehen vor dem zukünftigen Schulgebäude.

Maria Papakosta-Schurkus, Ilka Gülker und Heidi Freudenstein vor dem Schulgebäude

Bildquelle: Steven Meier

Bezirksregierung sagt Nein OWL bekommt vorerst keine Waldschule

Stand:

Drei Frauen wollen in Preußisch Oldendorf die erste Waldschule in OWL gründen. Ihre Pläne müssen sie erst einmal auf Eis legen.

Sie hatten es sich so schön vorgestellt: Lernen bei Wind und Wetter, in der Natur, mitten im Wald. Eine ganz neue Art, Kinder zu unterrichten und ihre Neugier zu wecken. In Ostwestfalen-Lippe wäre es die erste Waldschule gewesen - in Preußisch Oldendorf, ganz im Norden der Region. Wäre - denn die Bezirksregierung Detmold hat die Pläne erst einmal durchkreuzt.

"Der Draußenunterricht bietet so viele Möglichkeiten, zu lernen und gleichzeitig die Vorteile der frischen Luft zu nutzen", sagt Maria Papakosta-Schurkus. Sie hatte die Idee eine Waldschule einzurichten. Jetzt ist sie eine von drei Gründerinnen. Beim Konzept hat sie sich von der Montessori-Pädagogik inspirieren lassen.

Drei Jahre Arbeit, dann kam die Ablehnung

Mehr als drei Jahre haben Maria Papakosta-Schurkus, Ilka Gülker und Heidi Freudenstein für ihren Traum gearbeitet, in der Hoffnung, zum neuen Schuljahr 2026/27 starten zu können. Man habe schon eine ganze Reihe von Lehrkräften von der Waldschule überzeugen können - auch die seien von der Absage überrascht worden. Mit dem ehemaligen Forsthaus Limberg gab es schon ein Schulgebäude, die Nutzung hatte der Kreis Minden-Lübbecke bereits genehmigt.

"Hätten wir die Ablehnung schon vor sechs Monaten bekommen, hätten wir nacharbeiten können." Ilka Gülker, Mitgründerin der Waldschule

Der ablehnende Bescheid der Bezirksregierung komme viel zu spät, sagen die drei. "Unser Konzept lag seit November vor. Dass erst jetzt entschieden wurde, finden wir unglücklich", sagt Ilka Gülker. So sei es nicht möglich gewesen, nachzubessern und den Start nach den Sommerferien doch noch möglich zu machen.

Bezirksregierung sieht Mängel im Schulkonzept

Die Bezirksregierung sieht das anders: Die Antragsunterlagen seien unvollständig gewesen. Der Antrag sei zwar im November gestellt worden, erst Ende Mai seien aber "für die Prüfung relevante Inhalte" vorgelegt worden. Für mehrere Fächer habe es keine Lehrer gegeben. Der wichtigste Punkt aber: das Konzept der Waldschule sei nicht innovativ genug, um eine sinnvolle Alternative zu den Regelschulen zu sein.

"Der Innovationsgehalt des pädagogischen Konzepts konnte nicht hinreichend festgestellt werden." Bezirksregierung Detmold

Gründerinnen geben nicht auf

Im Vordergrund ist ein bogenförmiges, verziertes Gartentor aus dünnen Metallstäben zu sehen. Im Hintergrund erstreckt sich ein schmaler Weg, der hinauf in den Wald führt. Auf dem Weg sitzt ein Hase.

Ausblick vom Schulhof

Bildquelle: Steven Meier

Die Gründerinnen möchten weitermachen. "Wir wollen das Konzept überarbeiten und den Antrag noch einmal zum Schuljahr 2027/28 einreichen", sagt Ilka Gülker. Ein Problem gibt es aber: Die Miete muss auch für das leerstehende Schulgebäude gezahlt werden. Nur wenn genug Sponsoren oder Spender zusammenkommen, um das zu finanzieren, könne man einen zweiten Anlauf starten.

Bei aller Enttäuschung sind die drei aber begeistert, wie viel Unterstützung sie bekommen: "Macht bloß weiter!" oder "Nicht aufgeben!", das seien Rückmeldungen, die ihnen geschickt werden. Und das sei für sie eine Ermutigung, noch einen zweiten Anlauf für die Waldschule zu wagen.

OWL bekommt vorerst keine Waldschule

WDR 07.08.2026 1 Min. 9 Sek. Verfügbar bis 06.08.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Ilka Gülker, Gründerin und Geschäftsführerin Waldschule OWL
  • Bezirksregierung Detmold
  • Website der Waldschule OWL

Sendung: WDR.de, OWL bekommt vorerst keine Waldschule, 09.08.2026, 09:01 Uhr

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