Störche auf einer Hochspannungsleitung

Störche auf einer Hochspannungsleitung

Bildquelle: dpa/Sina Schuldt

Ursache für Flughafen-Blackout Wie Vogelkot für Stromausfälle sorgen kann

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Ein Stromausfall sorgte am Flughafen Paderborn-Lippstadt für Aufsehen. Nun ist die kuriose Ursache gefunden: zu viele Weißstörche auf zu wenig Raum - und ohne Toilette.

Hochspannungsleitungen scheinen Weißstörche anzuziehen, um zu Verweilen, zu nisten und offensichtlich auch um sich zu erleichtern. So geschehen Ende August auf einer Leitung im Warsteiner Ortsteil Belecke. So weit, so irrelevant.

Störche verrichteten ihr Geschäft

Das Problem: Durch die massiven Verunreinigungen durch den Vogeldreck hat offenbar die Isolierung der Masten ihre Wirkung verloren. Die automatische Schutztechnik im Stromnetz habe daraufhin reagiert und die Leitungen ausgeschaltet, teilt die Westnetz GmbH nun auf WDR-Anfrage mit. Für die Kunden bedeutete das schlicht und einfach: Strom weg.

Lange dauerte die Dunkelheit nicht. Das Stromnetz ist redundant aufgebaut, sodass die Leitstelle die Versorgung über parallel verlaufende Leitungen wiederherstellen konnte. Zehn bis 15 Minuten später war der Strom wieder da.

Massive Auswirkungen auf Flughafen Paderborn-Lippstadt

Unglücklicherweise war aber auch der Flughafen Paderborn-Lippstadt betroffen: Vom Stromausfall ausgelöst griff das Sicherheitssystem. Alle Türen öffneten sich. Der gesamte Check-In musste für alle Passagiere wiederholt werden.

Weil das alles um kurz vor 2 Uhr nachts passierte, waren die Auswirkungen für Bürger in den betroffenen Kreisen Paderborn und Soest wahrscheinlich nur gering.

Was genau war passiert?

Bei der Untersuchung vor Ort entdeckten die Mitarbeitenden von Westnetz schnell die stark verschmutzten Isolatoren an dem Hochspannungsmast.

Isolatoren haben eine wichtige Aufgabe: Sie halten die stromführenden Leiterseile auf Abstand zum Mast. Der Strom soll schließlich durch die Leitung fließen - und nicht über den Mast einen ziemlich unerwünschten Abstecher nehmen.

Störche dürfen aber auch weiterhin auf Masten fliegen

Westnetz hat die betroffenen Isolatoren inzwischen ausgetauscht und den Mast gereinigt. Zusätzlich sollen an diesem und benachbarten Masten Maßnahmen umgesetzt werden, die größere Vogelansammlungen dort weniger attraktiv für die Tiere machen.

Eine pauschale Storchensperre für alle Strommasten gibt es allerdings nicht. Schutzmaßnahmen müssen laut Westnetz jeweils an die konkrete Situation angepasst werden - und dabei auch natur- und artenschutzrechtliche Vorgaben berücksichtigen.

Ein ziemlich seltener Fall

Bei den regelmäßigen Kontrollen hatte es nach Angaben des Netzbetreibers zuvor keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko durch Verunreinigungen gegeben. Eine vergleichbare Situation sei nicht bekannt gewesen.

Der Stromausfall sei deshalb außergewöhnlich gewesen - und letzlich auch schwer zu vermeiden.

Wie Vogelkot für Stromausfälle sorgen kann

WDR 08.09.2026 49 Sek. Verfügbar bis 07.09.2028 WDR Online

Unsere Quelle:

  • Pressemitteilung Westnetz GmbH

Sendung: WDR.de, Wie Vogelkot für Stromausfälle sorgen kann, 08.09.2026, 10:43 Uhr

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