Störche unter Spannung in Kirchlengern: Nest auf Strommast muss weg

01:47 Min. Verfügbar bis 27.03.2028

Störche unter Spannung in Kirchlengern: Nest auf Strommast muss weg

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Ein ungewöhnlicher Nistplatz sorgt bei Kirchlengern derzeit für Aufmerksamkeit: Zwei Störche haben ihr Nest ausgerechnet auf einem Strommast gebaut. Etwa 20 Meter über dem Boden, mitten in einer Hochspannungsleitung.

Von Marco Zaremba

Wer am Mast vorbeikommt, sieht die Tiere beim Brüten oder beim weiteren Ausbau ihres Nests. Ein beeindruckender Anblick und gleichzeitig eine riskante Situation.

Gefahr vor allem für das Stromnetz

Nest liegt auf den Isolatoren und Leitungen einer Hochspannungsleitung

Das Nest liegt auf den Isolatoren und Leitungen einer Hochspannungsleitung mit 110kV.

Das eigentliche Problem ist weniger die Hochspannung für die Tiere selbst. Wie der Netzbetreiber erklärt, passiert den Störchen nichts, solange sie nur auf einer Leitung sitzen. Gefährlich wird es, wenn sie gleichzeitig mehrere Leitungen berühren oder etwa Nistmaterial ungünstig hängt. Dann kann es zu Kurzschlüssen, Funkenflug oder sogar Feuer kommen. Die Folge: Mögliche Auswirkungen auf die Stromversorgung.

Zwei Eier im Nest - Eingreifen schwierig

Nach aktuellen Beobachtungen liegen bereits zwei Eier im Nest. Damit wird die Lage kompliziert. Während der Brutzeit darf ein Nest in der Regel nicht mehr entfernt werden. Ein Eingreifen braucht also eine Ausnahmegenehmigung der Umweltbehörde. Ob diese erteilt wird, entscheidet sich voraussichtlich in der kommenden Woche.

Störche bauen hartnäckig weiter

Hobby-Ornithologe und Netzbetreiber schauen sich das Nest der Störche an

Hobby-Ornithologe Peter Schubert und Netzbetreiber Patrick Skibowski schauen sich das Nest der Störche an

Das Nest auf dem Mast wurde schon einmal entfernt. Doch die Tiere sind zurückgekehrt und haben erneut gebaut. Dieses Verhalten ist typisch. Denn haben Störche einen Standort einmal als geeignet ausgewählt, bleiben sie oft hartnäckig dabei.

Lösung: Alternativen schaffen

Langfristig sehen Fachleute vor allem eine Möglichkeit, solche Konflikte zu entschärfen - alternative Nistplätze. Spezielle Plattformen in sicherer Entfernung könnten die Tiere umlenken. Bis dahin bleibt die Situation bei Kirchlengern im wahrsten Sinne des Wortes: Hochspannend für die Störche, den Netzbetreiber und die Menschen vor Ort.

Unsere Quellen:

  • Recherche vor Ort
  • Netzbetreiber Westfalen Weser

Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 27.03.2026, 18:00 Uhr
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