Einige Produkte der Paderborner Brauerei sollen inzwischen den Hinweis tragen, dass sie im Sauerland hergestellt oder abgefüllt wurden. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sind entsprechende Hinweise aus der Belegschaft bekannt. Auf Produkten sei zu erkennen, dass sie im Sauerland abgefüllt worden seien. Die Angabe auf den Etiketten ist dabei wichtig: Verbraucher dürfen nicht darüber getäuscht werden, wo ein Lebensmittel tatsächlich hergestellt oder abgefüllt wurde.
Die Warsteiner Brauerei will die Produktion der Paderborner Brauerei ins Sauerland holen.
Bildquelle: dpa / David InderliedDie Zukunft der Paderborner Brauerei bleibt wenige Monate vor dem geplanten Ende der Produktion am Standort ungewiss. Während die Haus-Cramer-Gruppe weiter nach einem Käufer für das Werk in Paderborn sucht, gibt es offenbar bereits erste Verlagerungen nach Warstein.
Paulaner als möglicher Interessent im Gespräch
Parallel dazu gibt es neue Spekulationen darüber, wer den Standort in Paderborn übernehmen könnte. Nach Informationen aus Teilen der Belegschaft sollen sich Vertreter der Paulaner Brauerei Gruppe das Werk in Paderborn angesehen haben. Ob tatsächlich konkretes Kaufinteresse besteht, ist offen. Eine Bestätigung für Gespräche mit Paulaner gibt es bislang nicht.
Die Stadt Paderborn bestätigt lediglich, dass weiterhin Gespräche über einen Verkauf geführt werden. "Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit der Warsteiner Brauerei", teilte die Stadt dem WDR mit.
"Die Beschäftigten hängen in der Luft"
Für die rund 120 Beschäftigten am Standort bleibt damit weiter unklar, wie ihre berufliche Zukunft aussieht. Die Stimmung sei "sehr angespannt", sagt NGG-Geschäftsführer Thorsten Kleile. Die Beschäftigten hätten weiterhin keine Informationen über den Stand der Verkaufsverhandlungen.
NGG-Geschäftsführer Thorsten Kleile (2. von rechts) im Gespräch mit Gewerkschaftsmitgliedern
Bildquelle: WDRNach Angaben der Gewerkschaft gibt es bei einzelnen Beschäftigten Interesse an einem Wechsel zum Warsteiner Stammwerk. Wie viele dieses Angebot tatsächlich annehmen, dürfte nach Einschätzung der NGG auch davon abhängen, ob der Paderborner Standort verkauft wird und wer ihn möglicherweise übernimmt.
Die Haus-Cramer-Gruppe hat auf mehrfache Anfragen des WDR bislang nicht reagiert. Fest steht: Sollte für den Paderborner Standort kein Käufer gefunden werden, soll die Produktion dort zum Jahresende eingestellt werden. Die Marke Paderborner soll aber bestehen bleiben und das Bier künftig in Warstein produziert werden.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
- Gespräch mit der Stadt Paderborn
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 20.08.2026 15:30 Uhr
