Tote Fische in der Emmer nach Leck in Nieheimer Biogasanlage
02:38 Min.. Verfügbar bis 17.04.2028.
Der Fluss war pechschwarz - so berichten es die Mitglieder des Angelsportvereins Nieheim. Sie haben seitdem viele tote Fische in der Emmer bei Nieheim gefunden, darunter auch streng geschützte Arten. Besonders unverständlich ist für sie: Zwei Tage nach dem Unfall beim Kompostwerk läuft noch immer dunkle Flüssigkeit in den Fluss.
"Das ist ein Unding, dass zwei Tage später hier immer noch was reinläuft!" Olaf Niepagenkemper vom Fischereiverband NRW
1 bis 1,5 Millionen Liter Reststoffe ausgelaufen
Die Anlage gehört der Firma Kompotec. Dort werden Bioabfälle vergärt und dann zu Kompost weiter verarbeitet. Unter anderem landet dort der Inhalt der Biomülltonnen aus dem Kreis Höxter und aus umliegenden Kommunen. Vorgestern hatte es dort einen großen Feuerwehreinsatz gegeben, weil Gas und flüssige Gärreste aus einer kaputten Klappe ausgetreten waren.
Männer käschern die toten Fische
Die Bezirksregierung Detmold spricht von circa 1 bis 1,5 Millionen Litern flüssigen Reststoffen, die ausgeflossen sind. Der betroffene Behälter der Anlage wurde laut Bezirksregierung stillgelegt. Auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima hat Proben aus der Emmer genommen, die Ergebnisse sind aber noch nicht bekannt.
Fluss langfristig geschädigt
Der Nitritgehalt im Fluss lag am Freitagvormittag bei Messungen des Angelvereins immer noch um das 150-fache über dem erlauben Grenzwert. Die Angler befürchten, dass sich der Fluss die nächsten zwei bis drei Jahre von dem Unfall nicht erholen wird.
Der Verein sagt, das Unternehmen Kompotec habe ihnen nach dem Unfall Unterstützung zugesagt. Volker Koch vom Angelsportverein fordert aber auch bauliche Nachbesserungen: "Die Anlage muss ständig überwacht werden und muss so gebaut sein, dass wenn eine Havarie passiert, alles auf der Anlage verbleibt und nichts in die Umwelt kommt."
Emmer wurde schon mehrfach verschmutzt
Die Emmer hat es zuletzt immer wieder hart getroffen: Laut Fischereiverein hat es in den letzten 15 Jahren insgesamt sechs Ereignisse gegeben, bei denen schädliche Stoffe in die Emmer rund um Nieheim gelangt sind. Für das Kompostwerk in Nieheim ist es laut Kreis Höxter aber der erste derartige Vorfall.
Die Bezirksregierung Detmold prüft nun weitere rechtliche und fachliche Schritte im Zusammenhang mit der Biogasanlage.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Ortstermin mit dem Angelsportverein Nieheim und dem Fischereiverband NRW
- Stellungnahme des Kreises Höxter auf Anfrage des WDR
- Stellungnahme der Bezirksregierung Detmold auf Anfrage des WDR
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 17.04.2026, 08:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 17.04.2026,19:30 Uhr