Kugelbombe in der Hand

Zwei Tote durch illegale Silvesterböller Polizei durchsucht Wohnung in Versmold

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An Neujahr starben zwei 18-Jährige Männer durch Kugelbomben. Die Polizei hat nun die mutmaßlichen Verkäufer ermittelt.

Genau ein halbes Jahr nach tödlichen Böller-Unfällen in Bielefeld haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch eine Wohnung in Versmold durchsucht. Dort lebt ein 27-jähriger Deutscher, der mindestens eine der Kugelbomben verkauft haben soll. Das erfuhr der WDR exklusiv von der Bielefelder Staatsanwaltschaft. Die Ermittler hatten den Mann augenscheinlich schon länger im Visier. Nachdem er von einem Auslandsaufenthalt zurück war, griffen ihn Polizeibeamte nun vor seiner Wohnung im Kreis Gütersloh auf.

Wir hatten es vor allem auf sein Handy abgesehen. Wir hoffen nun darauf Nachrichten zu finden, die den möglichen Verkauf illegalen Feuerwerks belegen. Claudia Bosse, Staatsanwaltschaft Bielefeld

Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler zunächst einmal nichts Verdächtiges.

Fahrlässige Tötung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz

Dem 27-Jährigen werden schwere Vorwürfe gemacht. So soll er durch den möglichen Verkauf den Tod von mindestens einem der 18-Jährigen Jugendlichen fahrlässig mitverschuldet und gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen haben. Der Verkauf von so genannten Kugelbomben an Laien ist verboten. Ob der Verdächtige eine Lizenz hatte, um solche Feuerwerkskörper überhaupt selbst zu besitzen, ist noch unklar. Er habe sich bisher nicht geäußert, so die Staatsanwaltschaft Bielefeld. Der 27-Jährige befindet sich auf freiem Fuß.

Eine Festnahme schon im Januar

Bereits wenige Tage nach den tödlichen Unfällen am Neujahrstag nahm die Polizei einen 20-jährigen Bielefelder fest. Auch er wird verdächtigt etwas mit den tödlichen Böller-Unfällen zu tun zu haben. Er könnte Verkäufer und zugleich Bote gewesen sein, so die Staatsanwaltschaft Bielefeld. Bedeutet: Er soll eine Kugelbombe direkt an einen der 18-Jährigen verkauft haben, die zweite dann bei dem 27-jährigen Versmolder abgeholt und sie an den anderen 18-Jährigen ausgeliefert haben. Der Beschuldigte schweigt bisher zu den Vorwürfen. Er ist ebenfalls auf freiem Fuß und lässt sich von einem Rechtsanwalt vertreten.

Kugelbomben detonierten fast zeitgleich

Die beiden Unfälle ereigneten sich an Silvester um kurz nach Mitternacht an zwei unterschiedlichen Orten: Auf einem Spielplatz im Bielefelder Ortsteil Baumheide und ein paar Kilometer weiter auf einem Bolzplatz im Ortsteil Brake. Beide Jugendlichen wollten die Kugelbomben offensichtlich aus selbstgebastelten Kunststoffrohren abfeuern.

Ermittlungen gehen weiter

Wann die Staatsanwaltschaft Bielefeld Anklage erhebt, ist noch unklar. Jetzt werde erst einmal das Handy des mutmaßlichen Verkäufers ausgelesen, sagte Staatsanwältin Claudia Bosse im Gespräch mit dem WDR. Dann müssten mögliche Beweise bewertet und den Beschuldigten rechtliches Gehör gewährt werden. Erst danach könne eine Anklage verfasst werden. Die müsse dann noch vom zuständigen Gericht zugelassen werden. Beides könne Wochen, wenn nicht Monate dauern.

Polizei durchsucht Wohnung in Versmold

WDR 02.07.2026 00:46 Min. Verfügbar bis 01.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Staatsanwältin Claudia Bosse
  • Vor Ort Recherche des WDR-Reporters

Sendung: WDR.de, Polizei durchsucht Wohnung in Versmold, 02.07.2026, 17:18 Uhr

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