Entlastung für Kitas? Weniger Anmeldungen in OWL

02:36 Min. Verfügbar bis 27.11.2027

Entlastung für Kitas? Weniger Anmeldungen in OWL

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Die verzweifelte Suche nach einem Kita-Platz könnte bald ein Ende haben. Mehrere Städte verzeichnen rückläufige Anmeldungen und erste Kitas schließen oder strukturieren sich um, denn: es werden immer weniger Kinder geboren.

Von Christina Joswig

Ende Juli 2026 ist Schluss in der AWO-Kita an der Diebrocker Straße in Herford. Sie wird einfach nicht mehr gebraucht. Auch wenn der Schritt nicht leicht gefallen ist - er war nötig, sagt die AWO Ostwestfalen-Lippe.

Weil die Anmeldungen für unter Einjährige stark zurückgegegangen sind, schließen kommenden Sommer insgesamt drei Einrichtungen verschiedener Träger in Herford.

Weniger Geburten in OWL

Der Grund ist einfach: Es kommen weniger Kinder zur Welt und das früher als erwartet. Trotzdem steht in Herford keine Familie ohne Platz da: "Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir allen einen Platz in einer Kita in der Nähe garantieren können", sagt AWO-Sprecherin Birgit Kopera.

Eine alte Villa mit Bildern an den Fenstern

Die Kita an der Diebrocker Straße in Herford schließt.

Trotzdem ist der Wechsel ärgerlich für die Eltern: "Das bedeutet pro Kind eine neue Eingewöhnung, ich kann das nicht parallel machen", sagt Miriam Kassing. Ihr Sohn und ihre Tochter gehen in die Herforder AWO-Kita.

Kita-Schließungen in vielen Städten

Herford ist nicht die einzige Stadt, die weniger Bedarf feststellt. Auch in Enger im Kreis Herford oder in Harsewinkel im Kreis Gütersloh schließen Kitas. Doch das habe auch Vorteile, sagt der Kreis Gütersloh. Marode Gebäude können saniert werden, Gruppen werden kleiner und Förderbedarf könne besser umgesetzt werden.

Während es jahrelang überbelegte Kitas und Wartelisten gab, gibt es jetzt sehr viele freie Plätze. Das stellen auch katholische Trägergesellschaften in Paderborn und Bielefeld fest. In den 159 Kitas gibt es 360 freie Plätze.

Bielefeld passt Bauvorhaben an

Bielefeld geht deswegen nochmal an die Planung der nächsten Jahre. Bauvorhaben werden teils eingestampft oder in der Größe angepasst. Seit 2021 sind in Bielefeld die Geburten stark zurückgegangen.

"Wir hatten noch vor Jahren 3400 Kinder im ersten Lebensjahr, jetzt sind wir bei 2900." Ingo Nürnberger, Sozialdezernent Stadt Bielefeld
Drei Mitarbeitende der Stadt stehen vor einer Präsentation

Sozialdezernent Ingo Nürnberger (Mitte) plant mit seinen Mitarbeitenden, 600 Kita-Plätze abzubauen.

Bielefeld geht davon aus, dass sich die Geburtenrate wieder positiv verändern wird in den nächsten Jahren. Daher soll nur eine handvoll Kitas ganz dicht machen. Vorwiegend schließen einzelne Gruppen temporär.

Unsere Quellen:

  • AWO OWL
  • Stadt Bielefeld
  • Kreis Gütersloh
  • Kreis Herford
  • Kath. KiTas Hochstift gem. GmbH (Paderborn)
  • Kath. KiTas Minden-Ravensberg-Lippe (Bielefeld)
  • Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 27.11.2025, 19:30 Uhr

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