Verdächtige Gasflasche unter einer Plane
WDR. 02:41 Min.. Verfügbar bis 30.07.2028.
Nach Anschlagsversuch : Präparierte Gasflasche sorgt noch immer für Angst
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Vier Tage nach dem Fund einer mit Nägeln und Schrauben präparierten Gasflasche in einem Bonner Café laufen die Ermittlungen weiter. Der Tatverdächtige ist wieder auf freiem Fuß, während Experten des LKA die mögliche Gefahr der Konstruktion untersuchen.
Der 21-Jährige Tatverdächtige war am Sonntag in der Nähe des Cafés vorläufig festgenommen worden. Nach Zeugenaussagen hatte er den Rucksack mit der Gasflasche in der Toilette abgestellt. Nur einen Tag später war er wieder frei.
Die Bonner Staatsanwaltschaft sah keine Haftgründe. "Zum einen wird das Tatmittel noch untersucht, zum anderen verfügt der Tatverdächtige über einen festen Wohnsitz, so dass aus Sicht der Ermittler keine Fluchtgefahr besteht", begründet Staatsanwalt Martin Kriebisch die Entscheidung. Außerdem sei bei einer Hausdurchsuchung am vergangenen Sonntag kein weiteres belastendes Material gefunden worden.
Tatverdächtiger wohnt nur eine Straße vom Café entfernt
Im Café Hünten ist man weiterhin beunruhigt.
Der Tatverdächtige wohnt nur eine Straße vom Café entfernt und ist dort kein Unbekannter. "Er ist schon früher unangenehm aufgefallen. Wir haben ihm Hausverbot erteilt, das er schon mehrfach gebrochen hat", berichtete Café-Besitzerin Nicole Hünten vor zwei Tagen dem Bonner Generalanzeiger. Er habe Mitarbeitende belästigt und Drogen konsumiert. Dass man den Mann so schnell wieder laufen ließ, sei für sie und ihr Team enttäuschend.
Bonner Polizei: Von dem Tatverdächtigen geht keine Gefahr aus
Die Bonner Polizei geht allerdings davon aus, dass von dem Tatverdächtigen keine Gefahr ausgeht. "Vor seiner Entlassung wurde der Mann nach dem Psychisch-Kranken-Gesetz untersucht. Dabei ist keine Eigen- oder Fremdgefährdung festgestellt worden", erklärt Daniela Lindemann, Sprecherin der Bonner Polizei.
Zentrale Frage: Hätte die Gasflasche explodieren können?
Ermittelt wird gegen den 21-Jährigen wegen des Verdachts zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. Die zentrale Frage für die Ermittlungen und eine mögliche Anklage: Hätte die mit Nägeln und Schrauben präparierte Gasflasche wirklich explodieren können?
Die Polizei war am vergangenen Sonntag mit einem Großaufgebot vor Ort.
Zumindest am Sonntag hatte die Bonner Polizei die Gasflasche nicht als gefährlich eingeschätzt. "Trotzdem wird das von den Spezialisten beim Landeskriminalamt jetzt natürlich genauer untersucht", erklärt Daniela Lindemann. Dies sei auch wichtig für die rechtliche Einordnung der Tat.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Staatsanwalt Martin Kriebisch
- WDR-Interview mit Café-Besitzerin Nicole Hünten
- WDR-Interview mit Daniela Lindemann, Sprecherin der Bonner Polizei
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 30.07.2026, 19.30 Uhr