Bonner Schüler finden Verbot für Kinder gut
Bildquelle: WDRWDR. 2 Min. 37 Sek.. Verfügbar bis 15.09.2028.
Die Regionalvertretung der EU-Kommission in Bonn sitzt an der Reuterbrücke, gegenüber des ehemaligen Kanzleramts. Zu ihrer Rede über die Lage der Union von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sind 60 Schülerinnen und Schüler des Clara Schumann-Gymnasiums und des Berufskollegs Duisdorf eingeladen.
Die Kommissions-Chefin spricht schon seit gut einer Stunde, als es unruhig wird unter den Schülern. Am Ende ihrer Rede hat sie härtere Regeln für Social Media angekündigt. Am Donnerstag will sie Grundzüge des sogenannten "EU Kids Act" vorstellen.
Kein Social Media unter 13
Konkret bedeutet das: Kinder unter 13 Jahren dürfen kein Social Media nutzen. Jugendliche von 13 bis 15 Jahre dürfen ebenfalls keine eigenen Accounts haben, sondern nur sogenannte Mini-Accounts, die von Eltern oder Betreuern eingerichtet werden müssen. Für Jugendliche von 15 bis 18 Jahre verpflichtet das Gesetz die Plattformen, eine sichere Umgebung bereitzustellen. Aber was genau bedeutet das? Und wie wird das kontrolliert?
Etwa 60 Schülerinnen und Schüler haben die Rede zusammen live verfolgt.
Bildquelle: WDRDie Schülerinnen und Schüler hier bei der Regionalvertretung der EU-Kommission betrifft das nicht mehr. Sie sind schon 18 Jahre alt oder werden es bald. Viele finden die geplanten härteren Regeln gut. Social Media sei ein gefährlicher Ort für Kinder. Da gebe es komische Typen, die einen anschreiben, erklärt einer.
Auch eine Schülerin pflichtet bei und sagt, dass die Kinder so wieder besser soziale Beziehungen aufbauen könnten, statt ständig bei Instagram zu scrollen. Eine Schulkameradin ergänzt, dass auch die Aufmerksamkeitsspanne durch Social Media beeinträchtigt werde.
Mangelnde Konzentration in der Schule
Das kann ihr Lehrer Jochen Leyhe bestätigen. Mangelnde Konzentrationsfähigkeit sei ein großes Thema. Teils könnten sich Schülerinnen und Schüler nicht mal eine Unterrichtsstunde konzentrieren. Auch Cybermobbing sei ein Problem. Das hänge eng mit Social Media zusammen, erklärt der Politiklehrer.
Für den Leiter der Regionalvertretung der EU-Kommission in Bonn, Stefan Lock, steht fest, dass im Bereich Social Media Handlungsbedarf besteht. Dass die neue Initiative so entschlossen ist, findet er gut. Zum Beispiel die Beweislastumkehr begrüße er. Das bedeutet, dass Social Media-Unternehmen beweisen müssen, dass sie ihre Nutzerinnen und Nutzer schützen und sie sich nicht mehr aus der Verantwortung stehlen können.
Bis die härteren Regeln gelten, kann es aber noch dauern. Erst muss das EU-Parlament noch zustimmen, dann der EU-Rat. Und das kann dauern.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Lehrer Jochen Leyhe
- Schüler des Clara Schumann-Gymnasiums Bonn
- Regionalvertretung der EU-Komission Bonn
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 16.09.2026, 19:30 Uhr
