Vorbereitungen mit gemischten Gefühlen
Bildquelle: WDR / Marc-André SchröterWDR. 03:16 Min.. Verfügbar bis 30.04.2028.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Event soll zum Schutz der Tiere in der Rheinaue das letzte Mal hier stattfinden.
- Für die DLRG Bonn ist es der größte Einsatz jedes Jahr.
- Bei Schaustellern sorgt das Aus für wirtschaftliche Ungewissheit und Frust.
Das Team der Bonner DLRG lässt mit ihrem alten Trecker ein Boot in den Rhein. Auch für sie beginnen die letzten Vorbereitung dieser Art. Einsatzkoordinator Jürgen Schmitz ist seit 30 Jahren mit dabei. „Ich hab aufgehört zu zählen, wie oft ich bei Rhein in Flammen dabei war“, sagt er und fährt wehmütig zur ersten Kontrollfahrt raus. „Da ist schon ein weinendes Auge mit dabei, falls es wirklich das letzte Mal sein sollte“, sagt der 48-Jährige. Denn die Zukunft des Events ist offen.
Das Event als Motivations-Spritze
Seit Beginn von Rhein in Flammen, vor genau 40 Jahren, ist die DLRG für die Sicherheit auf und am Wasser verantwortlich. Mit Kontrollfahrten überwachen sie die vielen Menschen am Rhein und begleiten den Konvoi der Schiffe. Trotz der vielen Arbeit ist es für alle bei der DLRG Bonn das Event des Jahres. Gerade junge Kollegen könne man damit immer gut fürs Ehrenamt motivieren und zeigen, was Teamarbeit ausmacht, so Schmitz.
Wut und Ungewissheit bei Schaustellern
Bei der ersten Vorbereitungsfahrt steuert Schmitz das Rettungsboot an der Rheinaue vorbei. Hinter den Bäumen werden Buden, Karussells und Bühnen aufgebaut. Unter anderem bei den Schaustellern sorgt das Rheinauen-Aus vor allem wirtschaftlich für Unsicherheit und Frust. Hubert Markmann ist mit seiner Schiffsschaukel „Nessy“ fast seit Beginn mit dabei. Er will sich nicht damit abfinden, dass das Event nicht mehr in der Rheinaue stattfinden wird.
„So ein Event in die Innenstadt zu verlegen ist unmöglich. Allein die Infrastruktur ist dafür nicht ausgelegt. Rhein in Flammen hat nur eine Zukunft in der Rheinaue.“ Hubert Markmann, Schausteller
Laut Markmann könne es sich Bonn gar nicht leisten, Naturschutz vor den Schutz der Wirtschaft und der Volksfest-Kultur zu stellen. „Das Event lockt Hunderttausende an. Die Hotels sind voll, Taxen ausgelastet und die Stadt profitiert an den Standgebühren“, so der Schausteller. Für ihn reguliert sich die Natur selbst und das Aus in der Rheinaue wäre damit nicht zu rechtfertigen. Auch Tierschützer sind gegen eine Verlegung des Events. Allerdings fordern sie ein generelles Aus des Feuerwerks in Bonn.
Druckluft macht den Abschluss
Vor der großen Bühne schaut sich der Frontmann der Band Druckluft, Florian Hertel, den Aufbau an. Als Bönnscher Jung ist er mit dem Event groß geworden. Gerade in der Schulzeit sei es immer eines der Highlights des Jahres gewesen. Zum Abschluss des Events darf er mit Druckluft das Finale auf der großen Bühne spielen. „Wir fühlen uns geehrt, aber sind auch ein bisschen traurig diese Tradition jetzt mit unserem Auftritt beenden zu dürfen“, sagt er und hofft, dass es das Event ab 2028 wieder geben wird.
Optimistisch in die Zukunft
Zurück auf den Rhein. Die erste Kontrollfahrt ist zu Ende und Jürgen Schmitz legt wieder am Ufer an. Er denkt schon an das übernächste Jahr. Falls sich die Idee durchsetzt, das Feuerwerk von einem Schiff im Rhein in der Innenstadt starten zu lassen, wäre sein Team noch stärker gefragt als zuvor. Daher freuen sie sich auf das letzte Event in der Rheinaue und schauen optimistisch in die Zukunft von Rhein in Flammen.
Unsere Quellen:
- WDR Reporter vor Ort
- DLRG Bonn
- Stadt Bonn
- Tiernotruf e.V.
Sendung: WDR Lokalzeit aus Bonn, 30.04.2026, 19.30 Uhr