Auschwitz - ehemals Konzentrationslager, jetzt Gedenkstätte

Nach abgesagter Auktion in Neuss: 428 Holocaust-Zeugnisse in Warschau

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Nach internationalen Protesten gegen eine geplante Auktion mit Holocaust-Zeugnissen in Neuss sicherte das Land NRW 428 Objekte aus der Sammlung "Das System des Terrors". Nun hat es sie der Stiftung Auschwitz‑Birkenau übergeben. Finanziert wurde der Kauf durch Spenden.

Die Stücke stammen aus der Sammlung "Das System des Terrors Vol. II 1933–1945" und umfassen unter anderem Post von Holocaustopfern, Briefe von Tätern sowie Lagergeld. Landtagspräsident André Kuper übergab die Dokumente in einem nicht öffentlichen Termin am Freitag an Stiftungsdirektor Wojciech Soczewica. Zunächst hatte die "Rheinische Post" darüber berichtet.

"Ich bin dankbar, dass wir eine Möglichkeit gefunden haben, den Dokumentenbestand an die Archive der betreffenden Gedenkstätten zu übergeben. Die Erinnerung in Archiven und Museen wahrt die Würde der Opfer und dient der weiteren Forschung und Aufklärung über die menschenverachtenden nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungsprozesse", sagte Landtagspräsident Kuper laut einer Mitteilung.

NRW-Landtagspräsident übergibt Holocaust-Zeugnisse

WDR Studios NRW 30.01.2026 30 Sek. Verfügbar bis 30.01.2028 WDR Online

Stiftung Auschwitz‑Birkenau und Zentralrat der Juden begrüßen Übergabe

"Diese Dokumente sind für unsere Arbeit in der Gedenkstätte Auschwitz von unschätzbarem Wert und sind von enormer allgemeiner und öffentlicher Bedeutung. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Rekonstruktion des Schicksals der Opfer von Auschwitz und helfen uns, die Opferperspektive im Mittelpunkt unserer Arbeit zu behalten", sagte Stiftungsdirektor Soczewica laut der Mitteilung.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßte die Übergabe ebenfalls. Zentralrats-Vizepräsident Abraham Lehrer erklärte, wie wichtig es für die Überlebenden und die Ermordeten der Schoah sei, dass die Dokumente an die richtigen Orte und in die richtigen Hände gelangen, in denen sie geschützt und für die Zukunft erhalten werden.

Neusser Auktion nach internationalen Protesten gestoppt

Das Auktionshaus Felzmann in Neuss hatte für November 2025 die Versteigerung geplant, diese aber nach internationalen Protesten gestoppt. Nach Angaben des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK) sollten Briefe aus Konzentrationslagern, Gestapo-Karteikarten und weitere Täterunterlagen angeboten werden. Viele Stücke enthielten persönliche Informationen und Namen von Betroffenen.

Versteigert werden sollten laut Online-Katalog auch ein antijüdisches Propaganda-Plakat und ein Judenstern aus dem KZ Buchenwald mit "Gebrauchsspuren". Ein Teil der Holocaust-Zeugnisse sind in der Zwischenzeit von einer Stiftung übernommen worden, die in der Hafenstadt Haifa ein Holocaust-Museum betreibt.

Ankauf der Holocaust-Zeugnisse durch private Spenden finanziert

NRW hatte sich seit der abgesagten Auktion im Neusser Auktionshaus im November 2025 intensiv um den Ankauf bemüht. Öffentliche Gelder flossen laut Landtag nicht. Finanziert wurde der Erwerb durch die Bethe‑Stiftung aus Bergisch‑Gladbach, die sich seit Jahren für Erinnerungsprojekte engagiert.

Zu den Vertragsdetails wurde Stillschweigen vereinbart. Dem Vernehmen nach lag der Preis im unteren sechsstelligen Bereich. Möglich wurde die Abwicklung über eine gemeinnützige Stiftung der Bank für Kirche und Diakonie in Dortmund (KD‑Bank‑Stiftung), die treuhänderisch tätig war.

Unsere Quellen:

  • Online-Ausgabe der "Rheinische Post" vom Freitag (30.01.2026)
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Nachrichtenagentur epd
  • Nachrichtenagentur kna
  • WDR-Berichterstattung aus dem November 2025

Sendung: WDR.de, NRW-Landtagspräsident übergibt Holocaust-Zeugnisse, 30.01.2026, 20:06 Uhr

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