Mitarbeiter im Schlachthof Hürth schlachten Schafe, ohne sie richtig zu betäuben.

Die heimlich entstandenen Videos wurden vor Gericht angefochten.

Bildquelle: ANINOVA e.V.

Tierschützer sind wütend Verfahren um Tierquälerei in Hürth eingestellt

Stand:

Das Verfahren gegen vier ehemalige Schlachthof-Mitarbeiter in Hürth wurde eingestellt. Tierschützer kritisieren die Entscheidung.

Das Strafverfahren gegen vier ehemalige Mitarbeiter eines Schlachthofs in Hürth ist vorläufig eingestellt worden. Sie müssen jeweils eine Geldauflage im mittleren vierstelligen Bereich an Tierschutzorganisationen zahlen. Halten sie sich daran, gibt es kein Urteil und keine Verurteilung.

Aninova kann Gerichtsentscheidung nicht nachvollziehen

Die Tierrechtsorganisation "Aninova" reagiert enttäuscht. Sie hatte die Missstände in dem Schlachthof aufgedeckt und heimlich Schlachtungen gefilmt. Die Entscheidung das Verfahren einzustellen sei angesichts der Bilder aus dem Schlachthof kaum nachvollziehbar, sagt Vorstand Jan Peifer. Eine Geldauflage sei keine strafrechtliche Verurteilung.

Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass sich massive Tierquälerei am Ende mit einer Zahlung erledigen lässt. Jan Pfeifer, Vorstandsvorsitzender Aninova e.V.

"Aninova" hatte die Aufnahmen Anfang 2023 veröffentlicht. Darauf sollen unter anderem Rinder, Schafe und Ziegen zu sehen sein, die nicht richtig betäubt wurden und weiter litten. Einige Tiere sollen sich noch bewegt haben, nachdem ihnen die Kehlen durchgeschnitten worden waren.

Nach der Veröffentlichung schloss das Veterinäramt des Rhein-Erft-Kreises den Schlachthof. Die vier Männer mussten sich später vor dem Amtsgericht Köln verantworten. Laut Anklage sollen sie mehrfach Tiere unsachgemäß betäubt und trotz erkennbarer Probleme nicht nachgebessert haben.

Beweisvideos entstanden offenbar unrechtmäßig

Beim Prozess im Mai hatten die Verteidiger die Video-Aufnahmen als Beweismittel angegriffen. Sie seien ohne Zustimmung des Schlachthofbetreibers entstanden und damit auf unrechtmäßigem Weg erlangt worden. Die Verhandlung wurde daraufhin unterbrochen.

Mit der Einstellung ist der Fall zunächst nicht endgültig abgeschlossen: Sollten die Angeklagten innerhalb von sechs Monaten die Geldauflagen nicht zahlen, wird das Verfahren wieder aufgenommen. "Aninova" kündigte unterdessen an, auch künftig Aufnahmen aus Tierhaltungs- und Schlachtbetrieben zu veröffentlichen.

Schlachthof Hürth: Tierquälerei-Verfahren eingestellt

WDR 31.08.2026 42 Sek. Verfügbar bis 30.08.2028

Unsere Quellen:

  • dpa
  • ANINOVA

Sendung: WDR.de, Schlachthof Hürth: Tierquälerei-Verfahren eingestellt, 31.08.2026, 13:59 Uhr

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