Bilanz der regionalen Apfelernte
Bildquelle: WDR/ Nadine Mena MichollekWDR. 1 Min. 48 Sek.. Verfügbar bis 23.09.2028.
Obst aus NRW : Warum Äpfel dieses Jahr im Supermarkt anders aussehen
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Dieses Jahr sehen die Äpfel im Supermarkt etwas anders aus: Ein ganzes Stückchen kleiner sind sie und sie haben Sonnenbrand. Denn der trockene und sonnige Sommer in NRW hat Spuren hinterlassen. Wir haben einen Apfelanbauer besucht, der eine Lösung gefunden hat.
Philip Wißkirchen versucht seine Äpfel durch Netze zu schützen
Bildquelle: WDR/ Nadine Mena MichollekPhilip Wißkirchen baut Äpfel an. Er läuft durch seine Apfelplantagen in Meckenheim und zeigt uns, wo die Nachwirkungen des trockenen und sonnigen Sommers auf den Äpfeln zu sehen sind. Er gibt uns einen Apfel in die Hand - auf einer Seite ist die Schale bräunlich. "Das ist Sonnenbrand", erklärt er. Und den sieht man nicht nur, den fühlt man auch in der Hand: Die gelbe Seite ist ganz warm, die rote Seite hingegen kühl.
Hagelnetze als Sonnenschirm
Der sehr sonnige Sommer dieses Jahr in NRW hat einige Äpfel verbrannt. Doch der Großteil von Wißkirchens Ernte sieht noch gut aus. Denn der Apfelanbauer weiß, wie er seine Äpfel schützt. Meterweit hat er Hagelnetze über die Plantagen gespannt. Denn die halten nicht nur Hagel ab, sondern auch zu viel Sonne. Das Netz filtert einiges der UV-Strahlung, sagt Wißkirchen. So schützt er die Äpfel so vor Sonnenbrand.
Äpfel so klein wie ein Golfbälle
Je nach Sorte sind die Äpfel deutlich kleiner geblieben
Bildquelle: WDR/ Nadine Mena MichollekAuch ein guter Boden, Bewässerung und widerstandsfähige Sorten helfen durch trockene und sonnige Phasen zu kommen. Wißkirchen zeigt auf eine Plantage mit der Sorte Wellant. Die sind groß und rot. Doch nicht überall sieht es so aus. Auf einer anderen Plantage hängen nur golfballgroße Äpfel am Baum. Die Blätter sind braun und vertrocknet. Hier ist der Boden schlechter und: es gibt kein Hagelnetz.
Mehr Arbeit, weniger Verkauf
"Viele Äpfel hier sind hinüber. Wenn es noch etwas Regen gibt, bekommen wir vielleicht noch ein paar dieser Äpfel verkauft." Kleinere Äpfel bedeuten für den Apfelanbauer auch höhere Betriebskosten. Denn für ein Kilo kleine Äpfel braucht er mehr Handgriffe und damit auch mehr Arbeitsstunden als für ein Kilo mit großen Äpfeln. Schätzungsweise bedeutet das zehn bis 15 Prozent Mehrarbeit für Wißkirchens Betrieb.
Für die Erntehelfer bedeuten die kleinen Äpfel mehr Handgriffe
Bildquelle: WDR/ Nadine Mena MichollekMehr Kosten für Apfelanbauer
"Die Mehrkosten kann ich dabei nicht weitergeben, denn der Einzelhandel legt die Preise fest", erklärt Wißkirchen. Er ist auch Vorsitzender der Kreisfachgruppe Obstbau Bonn/Rhein-Sieg und weiß, dass es seinen Kollegen in der Region dieses Jahr ähnlich geht.
Besonders die Apfelsorten, die früh geerntet werden, hätten unter der Trockenheit gelitten. Die mittleren und späten Sorten hatten bessere Bedingungen, da es mehr Regen im August gab, so Wißkirchen.
Nach vorne blicken
Trotz der Herausforderungen in diesem Sommer ist Philip Wißkirchen insgesamt zufrieden mit seiner Ernte dieses Jahr und blickt positiv in die Zukunft. "Ich mag nicht, wenn man jammert. Ich sehe die Schwierigkeiten vor allem als Herausforderungen, die man angehen muss."
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Philip Wißkirchen
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Kleinere Äpfel durch trockenen Sommer, 23.09.2026, 17:52 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 23.09.2026, 19:30 Uhr