Hilfsverein aus Rhein-Sieg sammelt Güter für die Ukraine
Bildquelle: WDR / Tobias Al ShomerWDR. 1 Min. 33 Sek.. Verfügbar bis 31.08.2028.
Die schlimmen Nachrichten aus der Ukraine trafen in Sankt Augustin ein, als die Helfer gerade im Lager im Ortsteil Menden Güter für den nächsten Hilfstransport packten. Seit vier Jahren unterstützen der Vorsitzende Gunther Maassen und seine Mitstreiter die Region Dmytriwka. Bei den verheerenden russischen Bombardements am Wochende starb der Bürgermeister Taras Didytsch der ukrainischen Gemeinde.
Bürgermeister stirbt
Er sei schockiert gewesen als er die Nachricht erhalten habe, sagt Maassen. In den vier Jahren sei Didytsch ein Freund geworden.
"Das macht einen traurig, das macht einen wütend und das geht einem wirklich nahe." Gunther Maassen, "Sankt Augustin and friends hilft e.V."
Viele aus der Mannschaft hier hätten ihn persönlich gekannt, sagt der Vorsitzende. Da sei schon Trauerstimmung gewesen.
Am Samstag starben beim russischen Angriff mindestens 37 Menschen. Die russischen Drohnen trafen ein Munitionsdepot, das sich nahe eines Wohngebiets befand. Dabei brannten auch Feuerwehr-Fahrzeuge ab. Deshalb versuchen die Helfer aus Sankt Augustin gerade ein Ersatzfahrzeug zu beschaffen.
Unterstützung für ukrainische Feuerwehr
Aufgeben ist für die Sankt Augustiner Unterstützer aber keine Option. Besonders wütend mache ihn, wenn Rettungsmittel wie Feuerwehr und Krankenwagen gezielt attackiert würden, sagt Maaßen. "Ich lasse mir von Putin jetzt nicht erklären, ob wir da ne Feuerwache unterstützen oder nicht und hab mich deshalb hingesetzt und angefangen rumzutelefonieren, damit wir die entsprechenden Möglichkeiten kriegen, denen jetzt noch ein Feuerwehrauto da wieder hinzustellen."
Unterstützung für Feuerwehr und Rettungsdienst in Dmytriwka
Bildquelle: WDR / Tobias Al ShomerIn ihrem Lager in Sankt Augustin haben sie schon Spritzen und Feuerpatschen gesammelt. Auch Rollstühle und medizinische Geräte stehen hier für den Weitertransport in die Ukraine. Anfang Oktober soll der nächste Konvoi nach Dmytriwka starten. Wegen der verschärften Sicherheitslage haben sie ihre Reiseplanung angepasst.
Verschärfte Sicherheitslage
Sie würden mit ihrem Lkw nicht mehr nach Charkiw reinfahren, erklärt Maassen. Das sei aktuell zu gefährlich. Die russischen Drohnen-Piloten könnten aus der Höhe die Nummernschilder lesen und Hilfstransporte aus dem Westen seien lukrative Ziele. Deshalb würden sie jetzt an anderer Stelle entladen, um das Risiko so gering wie möglich zu halten.
Das bedeutet auch, dass manch lieb gewordene Tradition in diesem Jahr nicht möglich sein wird, zum Beispiel die Weihnachtsüberraschung für die Kinder der ukrainischen Gemeinde. Das sei aktuell nicht zu verantworten, erklärt Maaßen. Wenn die Russen dort angriffen, würde eine ganze Generation ausgelöscht.
Unsere Quellen:
- Verein "Sankt Augustin and friends hilft e.V."
- WDR-Reporter vor Ort in Sankt Augustin-Menden
Sendung: WDR Lokalzeit Bonn, 19:30 Uhr, 31.08.2026
