Alkoholverbot in Troisdorfer Innenstadt | WDR Aktuell

WDR 02:02 Min. Verfügbar bis 14.04.2028

Alkoholverbot in Troisdorf nimmt nächste Hürde

Stand:

In Troisdorf hat der Hauptausschuss der Stadt am Dienstag abgestimmt, ob Alkohol in der Innenstadt künftig verboten sein soll.

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Es wurde im Hauptausschuss mehrheitlich für ein befristetes Alkoholverbot in der Troisdorfer Innenstadt abgestimmt. Das bedeutet: Wenn es in Kraft tritt, dürften bis Oktober keine selbst mitgebrachten Flaschen mehr in der Fußgängerzone geöffnet werden, ansonsten droht ein Bußgeld bis zu 1.000 Euro. Nach Oktober würde dann nochmal evaluiert werden.

Bevor das Verbot kommt, muss Anfang Mai noch der Stadtrat entscheiden.

Die Leute vor Ort verstehen das Problem

An den Ständern vor ihrem Laden in der Troisdorfer Innenstadt präsentiert Sylke Brinkmann mittlerweile nur noch günstige Blusen und Jacken aus ihrem Sortiment - die teuren Stücke lässt sie im Laden. "An einem Tag haben wir unsere Seidenkleider rausgehängt. Die waren am Ende alle weg. Der ganze Ständer - den hat sich einer unter den Arm geklemmt und ist weggerannt."

Das Problem, so sagt sie, sei das Publikum, das sich vor ihrem Geschäft aufhält. Der Abschnitt in der Troisdorfer Innenstadt ist ein beliebter Treffpunkt, wo sich Leute verabreden, um Alkohol zu trinken.

Eine Frau in rosa Bluse steht neben einem Ständer voller Sommerkleidung.

Sylke Brinkmann hat in der Troisdorfer Innenstadt schon schlechte Erfahrungen gemacht.

Teilweise kommen sie dann in den Laden von Sylke Brinkmann, pöbeln, stehlen. "Meine Mitarbeiterinnen sind oft ängstlich. Wenn das hier richtig eskaliert und die sich hier prügeln, dann ist das durch den Alkohol schon sehr schlimm."

Umfragen haben Probleme aufgezeigt

Laut Stadtverwaltung gibt es in der Troisdorfer Innenstadt gleich mehrere Probleme, die durch den Alkohol auftauchen: Vermüllung, Auseinandersetzungen werden genannt, aber auch, dass sich dort ein Angstraum bildet.

Das hätten Befragungen von Passanten und Gewerbetreibenden in der Innenstadt ergeben. Was dort genannt wurde, sind Abhängige von naheliegenden Substitutionspraxen und Obdachlose am Tag. Abends seien es Jugendgruppen, die in der Innenstadt auffielen.

Ein Mann in einem Anzug steht hinter einem Schreibtisch und blättert in einem Aktenordner.

Troisdorfs Bürgermeister Alexander Biber, CDU, ist für ein Alkoholverbot in der Innenstadt.

"Gerade in den Sommermonaten, wenn sich die Leute wieder draußen aufhalten, kommt es wiederholt zu Trinkgelagen", sagt der Troisdorfer Bürgermeister Alexander Biber von der CDU. Auch verstärkte Kontrollen hätten das Problem nicht gelöst.

Aktuelle Maßnahmen zeigen keine Wirkung

Ähnliche Vorstöße hat es bereits in Düren gegeben. "Das funktioniert da wohl auch sehr gut und hat da wohl auch einen Erfolg gebracht", sagte der Troisdorfer Bürgermeister Alexander Biber: "Und wir hoffen, dass in Troisdorf so möglich ist." Auch in Krefeld und Gummersbach gibt es bereits Erfahrungen mit einem Alkoholverbot.

Von der Opposition heißt es hingegen, ein reines Verbot würde das Problem nicht lösen: "Wir würden uns wünschen, dass man sich da zusammensetzt, und sich ernsthafte Gedanken macht, wie man das Problem löst, und sie nicht nur kurzzeitig von A nach B verlagert", sagt René Wirtz von der SPD.

Dass ein Verbot das Problem nicht lösen, sondern nur verlagern würde, weiß auch Ladeninhaberin Sylke Brinkmann: "Dann gehen sie woanders hin. Ich weiß zwar nicht wohin, aber zumindest für die Fußgängerzone ist es einfach ein Gewinn."

Alkoholverbot in Troisdorf nimmt nächste Hürde

WDR 14.04.2026 00:35 Min. Verfügbar bis 13.04.2028 WDR Online

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Quelle:

  • Stadtverwaltung Troisdorf
  • Gespräch mit Ladeninhaberin Sylke Brinkmann
  • Gespräche mit René Wirtz von der SPD und Bürgermeister Alexander Biber von der CDU

Sendung: WDR.de, Alkoholverbot in Troisdorf nimmt nächste Hürde, 14.04.2026, 19:15 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 14.04.2026, 12:45 Uhr

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 Marielle Marillenlikör 16.04.2026, 06:40 Uhr

    Was soll anstelle von Alkohol kommen, würden die Leute aufhören zu trinken? Kann mir jemand sagen, welche Hoffnung die Leute in Troisdorf beflügeln sollte? In der Fußgängerzone ist das Verhalten störend, die Probleme bleiben aber sichtbar. Sonst ziehen die weiter in den Park. Troisdorf hat viele "strukturelle" Probleme u. die sind überall sichtbar. Eine neue Stadtbibliothek wurde eröffnet aber am Aufsichtspersonal wird gespart. Da kommt man rein, fährt in den ersten Stock und erwartet Literatur - Enttäuschung - da sind welche am vögeln. Dieses Beispiel zeigt doch auf, wie manche Menschen heutzutage so drauf sind.

  • 4 15.04.2026, 16:47 Uhr

    Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)

  • 3 Lynne 15.04.2026, 12:17 Uhr

    Ich bin der Meinung, Zigaretten und Alkohol sollte beides einfach mit extrem hohen Steuern versehen werden, so dass das Geld in Straßenreinigung und Krankenkassen fließen kann. Keinen Bock Raucher und Säufer mit meinem Geld zu finanzieren, wenn die Hilfe brauchen. Neulich wieder etliche Vodkaflaschen beim Spaziergang gesehen, obwohl wir erst letztes Jahr bei der Aufräumaktion alles weggeräumt haben. Dann auch noch die elenden Pöbeleien. Es sollte generell verboten werden, in der Öffentlichkeit Alkohol zu konsumieren. Punkt aus.

    Antworten (1)
    • Canasta Furie 15.04.2026, 13:37 Uhr

      Die Kippen werden doch überall weggeschmissen. Auch während der Fahrt aus dem Fenster geschnippt. Am Fahrbahnbrand liegen etliche Wodka-Flaschen. Die Leute müssen doch sogar während der Fahrt saufen. Habe selbst schon bei Aufräumaktion geholfen und kenne den Unrat. Letztens wurde sogar ein abgetrennter Kopf bei einer solchen Aktion gefunden. Unfassbar.

  • 2 Maren Schmitz 14.04.2026, 19:39 Uhr

    Das ist nur ein Verlagern, denn sie werden sich dann einen anderen Ort suchen. Früher Bonner Loch und nun sind sie am Busbahnhof, so ist es. Früher war sowas mit Verbote nicht nötig. Wir leben mittlerweile im Land der Verbote.

    Antworten (1)
    • Canasta Furie 15.04.2026, 13:31 Uhr

      Nein, Gesetze werden oft nur als Gebote betrachtet. Wir leben im Land der Gebote und üben falsche Toleranz, die unsere Gesellschaft zerstört oder schon zerstört hat. Ich unterhalte mich oft mit Zuwanderern, die vor ca. 40 Jahren nach Deutschland migriert sind. Auch diese Menschen können es kaum fassen, wie sich Deutschland in wenigen Jahren so nachteilig verändern konnten. Und der Staat gibt bei allem nach. Haftstrafen werden teilweise nicht vollstreckt. Ausweisungen finden kaum statt. Cannabis hatte man nicht im Griff u. wurde deshalb erlaubt. Dasgleiche passiert gerade mit dem Schwarzfahren. Deutschland ist schwach und das spüren die Leute.

  • 1 Severyns Anna Maria 14.04.2026, 16:21 Uhr

    Dieses Alkoholverbot ist schon längst überfällig. Es ist eine Zumutung für alle Anwohner und Passanten diesem Pöbel Zugeständnisse zu machen.

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